Mittwoch, 6. Februar 2008

Vorwahlkampf fordert viel von Kandidaten: Schlaflosigkeit als Begleiter ins Weiße Haus

  • Tiefe Augenringe und Heiserkeit bei Hillary Clinton
  • Der größte Wunsch Obamas: "Endlich ausschlafen!"

Die Strapazen in der Phase der Vorwahlen übersteigen das Maß des Ertträglichen bei den Kandidaten: Ein 20-Stunden-Arbeitstag, Übermüdigung und körperliche Überanstrengung. Davon sind jedoch nicht nur die Spitzenkandidaten betroffen, sondern der gesamte Mitarbeiterstab. Manchmal fordert diese Überlastung ihren Tribut. In Momenten wie diesen kann man nur hoffen, dass die Kamera nicht jedes Detail einfängt.

Der Dauerwahlkampf in den USA zehrt an den Kräften der Kandidaten. Um die 20 Stunden pro Tag waren die Bewerber vor dem "Super-Dienstag" im Wahlmarathon unterwegs, Augenringe und Heiserkeit verrieten noch am Wahlabend den chronischen Schlafmangel. Die Demokratin Hillary Clinton hielt sich in den Stunden vor der Wahl an heißes Wasser mit Zitrone - den Stimmbändern zuliebe. "Meine Stimme hat sich davongemacht", klagte sie heiser vor Journalisten in ihrem Wahlkampfjet. "Ich bin nonstop am Reden und schlafe kaum noch." Ihr Rivale Barack Obama entgegnete auf die Frage nach seinem größten Wunsch mit einem Seufzer: "Acht Stunden Schlaf."

Auto für Nachzügler
Nicht jeder Mitarbeiter konnte mit dem Tempo der Kandidaten mithalten. Manchen übermächtigte zum unpassenden Zeitpunkt die Müdigkeit. Hillary Clinton etwa hat in ihrem Wahlkampf-Konvoi nach Angaben eines Mitarbeiters "eigens ein Auto, um die Nachzügler abzuholen, die am Morgen die Abfahrt des Busses verschlafen". Ihr Mann Bill, der Ex-Präsident, war im Jänner gar als Zuhörer einer Veranstaltung vor laufenden Kameras kurzzeitig eingeschlummert.

Während der jüngste Kandidat Obama (45 Jahre) nach dem Dauerwahlkampf noch hagerer als zuvor erschien, steckte der älteste von ihnen, der Republikaner John McCain (71 Jahre), die Strapazen ohne erkennbare Ausfälle weg. Die Folgen von chronischem Schlafmangel sind freilich nicht zu unterschätzen: Ärzte warnen vor verlangsamten Reaktionen, Gereiztheit und schwindender Denkschärfe. In schweren Fällen kann er zu Halluzinationen oder gar zum Tod führen.

(apa/red)

6.2.2008 13:11