Kosovos Ministerpräsident Thaci beruhigt
Serben: Land sei 'Heimat aller seiner Bürger'
- Thaci will Unabhängigkeit spätestens am 17. Februar
- Serbien weiterhin gegen Unabhängigkeit des Kosovo
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Kurz vor dem erwarteten Termin für die Unabhängigkeitserklärung der südserbischen Provinz Kosovo hat Ministerpräsident Hashim Thaci der serbischen Minderheit Sicherheit zugesagt. Das Kosovo sei "die Heimat aller seiner Bürger", sagte Thaci bei einem Besuch in der Ortschaft Rubovc, 35 Kilometer südlich der Kosovo-Hauptstadt Pristina. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche suchte Thaci in Rubovc eine serbische Familie mit neun Kindern auf. Diesmal beschenkte er die Familie mit einen Traktor und einem Sattelschlepper.
"Vor uns liegen Tage der Hoffnung, nicht Tage der Panik und Angst", sagte Thaci. In Rubovc leben 49 serbische neben 120 albanischstämmigen Familien. Nach dem NATO-Luftkrieg gegen Jugoslawien waren 1999 rund 200.000 Serben aus dem unter UN-Verwaltung stehenden Kosovo geflohen, weil sie gewaltsame Übergriffe durch Kosovo-Albaner befürchteten. Bei ethnischen Spannungen im März 2004 wurden 19 Menschen getötet und mehr als 900 verletzt.
Das Kosovo wird sich "spätestens am 17. Februar" unabhängig erklären. "Bis Sonntag wird alles unter Dach und Fach sein", sagte ein ranghoher Politiker der Nachrichtenagentur Reuters. Der Politiker widersprach am Sonntag zugleich Spekulationen, die überwiegend von Albanern bewohnte serbische Provinz werde zunächst eine Absichtserklärung verkünden und dann im März ihre Unabhängigkeit erklären. Das Kosovo hofft auf eine rasche Anerkennung durch die USA und die Europäische Union, die eine Polizeitruppe stellen soll.
Serbien nach wie vor gegen Unabhängigkeit
Serbien lehnt eine Unabhängigkeit des Kosovo entschieden ab. Einem Bericht der kosovarischen Zeitung "Zeri" zufolge planen die überwiegend im Raum Mitrovica lebenden Kosovo-Serben eine Abspaltung vom Rest der Provinz. Sie wollten am kommenden Samstag eine eigene Vertretung gründen. Geplant sei eine eigenständige politische und territoriale Einheit mit besonderen Beziehungen zu Serbien.
Wegen der geplanten Unabhängigkeitserklärung des Kosovo steht die serbische Regierungskoalition vor dem Aus. Zwischen nationalistischen und pro-westlichen Parteien ist strittig, ob die Gespräche über einen Beitritt der Balkan-Republik zur EU fortgesetzt werden sollen. Die EU befürwortet mehrheitlich die Unabhängigkeit des Kosovo. Die Außenminister aus der EU kommen am 18. Februar zu Beratungen über das Kosovo zusammen, das seit dem Krieg 1999 von den Vereinten Nationen verwaltet wird. (APA/red)
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