Blutige Auseinandersetzungen im Tschad: Hunderte Zivilisten bei den Kämpfen getötet
- Zehntausende flohen über Grenze nach Kamerun
- Österreichische Soldaten fühlen sich im Camp sicher

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Flüchtlingselend, Kinder- sterben und Bürgerkrieg
Bei den jüngsten Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen im Tschad sind nach Angaben des Roten Kreuzes mehrere hundert Zivilpersonen getötet worden. Die meisten Opfer seien an Schusswunden gestorben, erklärten Rot-Kreuz-Mitarbeiter, die die Situation in der Hauptstadt N'Djamena erkundeten. Eine genau Zahl der Opfer habe man nicht ermitteln können. Den österreichischen Soldaten im Tschad geht es nach wie vor gut.
Ein Großteil der Mitarbeiter der Vereinten Nationen in N'Djamena ist wegen der militärischen Auseinandersetzungen außer Landes gebracht worden. Sie seien zunächst in Nachbarstaaten geflogen worden, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Dienstag vor Journalisten in New York. "Wir können die Sicherheit der UN-Mitarbeiter nicht mehr garantieren", sagte Ban nach einer vertraulichen Sitzung des Weltsicherheitsrats. Das französische Militär habe die UN dabei unterstützt, sagte Ban. Zahlen nannte er nicht.
Zehntausende auf der Flucht
Wegen der Kämpfe rund um N'Djamena sind zehntausende Menschen über die Grenze nach Kamerun geflohen. Regierungstruppen wurden dabei beobachtet, wie sie Brücken in Richtung Kamerun blockierten und damit den Fluchtweg für hunderte Menschen versperrten. Ein Reporter lokaler Medien berichtete, verängstigte Zivilpersonen seien von den Soldaten zurückgeschickt worden. Nach Angaben der UN-Flüchtlingshilfeorganisation haben seit Montag rund 20.000 Bürger das Land in Richtung Kamerun verlassen.
Lage beruhigt sich
Nach dreitägigen Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen hatte sich die Lage in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena an sich beruhigt, wie auch Oberst Heinz Assmann, der Kommandant des österreichischen Vorauskommandos in der Hauptstadt des Tschad, erklärte. "Die Lage in N'Djamena hat sich schon beruhigt. Sollten die Regierungstruppen die Oberhand behalten, dürfte sich die Lage relativ rasch stabilisieren."
Keine Gefahr für Österreicher
In Gefahr sah der 45-jährige Jagdkommandosoldat, der mit 14 österreichischen EUFOR-Soldaten in einem Camp der französischen Armee nahe des Flughafens stationiert ist, sich und die Seinen bisher nicht. Nur vereinzelt waren Schüsse zu hören, neue Gefechte wurden nicht gemeldet. Außenminister Ahmat Allam-mi sagte nach einem Gespräch mit seinem französischen Kollegen Bernard Kouchner in Paris, sein Land habe den Rebellenaufstand erfolgreich bekämpft. "Im Moment brauchen wir keine Extra-Hilfe."
Sarkozy zum Eingreifen bereit
Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte zuvor erklärt, Frankreich sei zu einem militärischen Eingreifen gegen die Rebellen bereit. "Wenn Frankreich seine Pflicht tun muss, wird es das tun", sagte er am Dienstag in La Rochelle auf die Frage nach einer möglichen Beteiligung an den Kämpfen. Frankreich hat in der ehemaligen Kolonie Tschad etwa 1.250 Soldaten stationiert.
EU stoppt Truppenstationierung
Die Europäische Union hat die Stationierung ihrer Schutztruppe EUFOR für Flüchtlinge aus der sudanesischen Krisenregion Darfur aber vorerst ausgesetzt. "Es bleibt ein Stück Unsicherheit, und es gab heute noch keine Entscheidung für die Wiederaufnahme der Entsendung", sagte ein EU-Diplomat in Brüssel. Die Botschafter der 27 EU-Mitgliedsstaaten hatten sich dort zu Beratungen über den Tschad getroffen.
(apa/red)
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