Donnerstag, 28. Februar 2008

Zahl der Toten in Kenia stiegt auf 1.000: Über 300.000 Menschen fliehen vor Gewalt

  • Rotes Kreuz: Zahl der Flüchtlinge wird weiter steigen
  • Konfliktparteien beraten nun über Teilung der Macht

Die Zahl der Toten seit Ausbruch der schweren Unruhen in Kenia ist nach Schätzung des Roten Kreuzes auf mehr als 1000 gestiegen. Über 300.000 Menschen seien auf der Flucht, sagte ein Sprecher der Organisation. Die Zahl der Flüchtlinge werde voraussichtlich weiter steigen. Die Krise entzündete sich an der Präsidentenwahl vom vergangenen Dezember, deren Ergebnis die Opposition nicht anerkennt. Das ostafrikanische Land galt bisher als Zufluchtsort für Flüchtlinge aus den Nachbarländern Somalia, Sudan und Äthiopien.

Vertreter von Regierung und Opposition in Kenia haben Beratungen über eine Teilung der Macht aufgenommen. Die Konfliktparteien hatten einen Fahrplan zur Beilegung der Krise vereinbart. Im dritten Punkt ist von einer "möglichen Notwendigkeit von Anpassungen der gegenwärtigen verfassungsmäßigen, rechtlichen und institutionellen Gegebenheiten" die Rede. Nach den Wahlen am 27. Dezember war Präsident Mwai Kibaki zum Sieger erklärt worden, Oppositionsführer Raila Odinga erkennt das Ergebnis jedoch nicht an. (APA/red)

28.2.2008 15:42