Suche nach Brandopfern in Ludwigshafen: Aufräumarbeiten sind in vollem Gange
- Bisher wurden aber keine weiteren Toten gefunden
- Polizei prüft Zeugenaussage: War es Brandstiftung?

Nach dem verheerenden Feuer in einem Wohnhaus in Ludwigshafen mit neun Toten geht die Polizei auch Hinweisen auf Brandstiftung nach. Ein kleines Mädchen will Medienberichten zufolge einen Mann gesehen haben, der in dem Haus an einem Kinderwagen Feuer gelegt haben soll.
Laut Polizei war auf dasselbe Haus im August 2006 ein Anschlag verübt worden. Damals hatten Unbekannte nachts einen Pflasterstein und zwei Molotowcocktails in eine leere Gaststätte im Erdgeschoß geschleudert. Es war nur geringer Schaden entstanden. Hinweise auf fremdenfeindliche Motive habe es nicht gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei.
Der türkische Präsident Abdullah Gül forderte angesichts von Brandanschlägen in Deutschland in der Vergangenheit eine "sorgfältige Untersuchung". Bei dem Brand in dem viergeschossigen Gebäude, das von türkischen Familien bewohnt wurde, waren am Sonntag neun Menschen, darunter fünf Kinder, getötet und 60 Menschen verletzt worden. Die deutsche Regierung zeigte sich betroffen.
Eine 50-köpfige Sonderkommission arbeitet nach Angaben der Polizei an der Aufklärung der Hintergründe. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Ursache des Brandes erst in einigen Tagen feststehen wird. Nach ersten Vermutungen der Feuerwehr könnte das Feuer im hölzernen Treppenhaus des alten Gebäudes ausgebrochen sein. Die Ermittler konnten das Haus noch nicht betreten. Von einem Kranwagen aus trugen Rettungskräfte Teile des Gebäudes ab, um weiter ins Innere vorzudringen.
Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan bat den deutschen Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU), eine Gruppe türkischer Experten an den Ermittlungen zu beteiligen. Eine Sprecherin des Innenministeriums sagte, die Ermittlungsbehörden in Rheinland-Pfalz hätten das Hilfsangebot aus der Türkei gerne angenommen. Erdogan soll unbestätigten Meldungen zufolge bei seiner geplanten Deutschland-Reise in den kommenden Tagen auch zum Brandort nach Ludwigshafen kommen.
(apa/red)
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