Montag, 4. Februar 2008

Ägyptisches Militär feuert auf Maskierte: Neue Eskalation an der Grenze zu Gaza

  • Ein Toter und zahlreiche Verletzte bei neuem Gefecht
  • Kairo versucht die Breschen im Zaun zu schließen

Ägyptische Sicherheitskräfte haben an der Grenze zum Gaza-Streifen auf mehrere Dutzend Palästinenser geschossen, die aus Verärgerung über die Schließung der Grenze mit Steinen geworfen hatten. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben ein Demonstrant getötet und mindestens 16 weitere verletzt. Augenzeugen aus dem Gaza-Streifen berichteten, die ägyptischen Grenzpolizisten hätten Tränengas eingesetzt und Schüsse auf die Demonstranten abgefeuert.

Eineinhalb Wochen nach dem Massensturm hunderttausender Palästinenser auf den Grenzübergang Rafah hatten die ägyptischen Behörden die etwa zwölf Kilometer lange Grenze zum Gaza-Streifen wieder abgeriegelt. Nach Angaben des Hilfswerks der Vereinten Nationen für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) hatten Ende Jänner zeitweise annähernd 700.000 Palästinenser die ägyptische Grenze überquert. Der Machtkampf zwischen der Fatah von Präsident Mahmoud Abbas und der Hamas hatte im Juni 2007 zur faktischen Trennung des Westjordanlandes und des Gaza-Streifens geführt. Die Hamas hatte nach blutigen Gefechten die alleinige Kontrolle über den Gaza-Streifen übernommen. Abbas hatte daraufhin die Hamas-geführte palästinensische Einheitsregierung unter Premier Ismail Haniyeh für aufgelöst erklärt und im Westjordanland ein Notstandskabinett eingesetzt.

(apa/red)

4.2.2008 19:24