"Sicher sinnvoll & durchführbar": Charme- Offensive für Bundesheer-Einsatz im Tschad
- General Segur-Cabanac verteidigt Mission in Afrika
- Grüne monieren schlechte Ausrüstung der Soldaten

Die derzeit 17 Bundesheersoldaten werden so lange im Tschad bleiben, als "ihre Sicherheit nicht massiv gefährdet ist". Dies erklärte der Leiter des Führungsstabes im Verteidigungsministerium, General Segur-Cabanac, am "Runden Tisch" des ORF. Ebenso wie SP-Klubchef Cap schloss er aber nicht aus, dass die EUFOR-Mission zum Schutz der Flüchtlinge im Tschad auch abgebrochen werden könnte.
Cap sagte, wenn Europa nicht mithelfe, die Probleme in Afrika zu lösen, dann würde man eben die Probleme - wie etwa Flüchtlingsströme - in Europa haben. Bei der Sicherung der Flüchtlinge im Tschad könne das neutrale Österreich seinen Beitrag leisten. Insgesamt sollen 160 österreichische Soldaten an der Mission teilnehmen.
"Blinde österreichische Soldaten"
Der Grüne Sicherheitssprecher Pilz bezeichnete den Schutz der Flüchtlinge aus der sudanesischen Krisenregion Darfur als "äußerst notwendig", allerdings solle man "nur dann helfen, wenn man kann". Er habe davor gewarnt, "blinde österreichische Soldaten in den Tschad zu schicken". Im Gegensatz zu den französischen Truppen besäßen die österreichischen Truppen nämlich keine Luftaufklärung und seien für die Mission "nicht gut gerüstet".
Strache schießt sich auf Plassnik ein
FPÖ-Chef Strache kritisierte, Verteidigungsminister Darabos habe sich "vor den Karren der ÖVP und Außenministerin Ursula Plassnik spannen lassen", die mit der Teilnahme an der EUFOR-Mission einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat für Österreich erreichen wollten. Bei den Kämpfen im Tschad handle es sich um "einen Stellvertreterkrieg um Rohstoffe". Statt Soldaten zu schicken, was dem Neutralitätsgedanken widerspreche, solle Österreich lieber humanitäre Hilfe leisten.
Darabos hatte zuvor in der ZiB2 des ORF betont, dass der Einsatz im Tschad "sicher sinnvoll und durchführbar" sei. Er stehe "zu hundert Prozent zu der humanitären Aufgabe".
(apa/red)
