"Akt Kampusch lag nie auf meinem Tisch": ÖVP-Vorwürfe sind laut Schlögl "lächerlich"
- Ex-Innenminister reagiert damit auf Schüssel-Sager
- SOS Mitmensch fordert nun Untersuchungsausschuss

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Ex-Innenminister Karl Schlögl hat Vorwürfe, für Ermittlungspannen im Fall Kampusch verantwortlich zu sein, am Sonntag zurückgewiesen. Der Akt sei nie auf seinem Tisch gelandet, sagte Schlögl in einem TV-Interview. Der Vorwurf von ÖVP-Klubobmann Wolfgang Schüssel sei "lächerlich".
Schüssel hatte der SPÖ zuvor "unverzeihliche Fehler" im Zusammenhang mit der Causa Kampusch vorgeworfen. Bei den "damaligen Ermittlungen" unter der Zeit von Schlögl, Michael Sika (Ex-Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit) und Max Edelbacher (der ehemalige Chef des Wiener Sicherheitsbüros) habe es Fehler gegeben, "die man aufklären muss".
SOS Mitmensch fordert Untersuchungsausschuss
Unterdessen forderte die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch die Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses. Grund dafür ist für SOS-Sprecher Philipp Sonderegger ein Bericht des Nachrichtenmagazins "profil", wonach das Büro für interne Angelegenheiten (BIA) Wahlkampfmunition für die ÖVP beschafft haben soll. Demnach hätten zwei Beamte des BIA im Vorfeld der Nationalratswahl 2006 Erkundigungen über die pflegebedürftige Mutter von SPÖ-Exkanzler Franz Vranitzky eingeholt.
BIA-Chef Martin Kreutner begründete laut "profil" den Besuch der BIA-Beamten im Seniorenheim von Vranitzkys Mutter damit, dass diese im Rahmen der Bawag-Ermittlungen den Auftrag der Staatsanwaltschaft gehabt hatten, mit Vranitzky schnellstmöglichen Kontakt herzustellen. Und da hätten sie ihn eben an allen mögliche Adressen gesucht.
Sonderegger meinte dazu per Aussendung, die Justiz stütze sich bei Amtsdelikten und Korruptionsfällen auf die Ermittlungen des BIA. "Wenn diese selbst korrumpiert ist, gibt es keine unabhängige Untersuchung".
(apa/red)
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