news. at Exklusiv-Interview: Kampusch- Anwalt kritisiert Kommissionsbesetzung
- Dr. Gerald Ganzger fordert zusätzliche Mitglieder
- Bis jetzt nur Personen aus dem Innenministerium

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·Dubiose E-Mails zur Kampusch-Entführung
'Eindruck dass hier etwas vertuscht werden sollte'
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Der Akt im Wortlaut
Fall Kampusch: Aussage von Polizei "verschlampt"
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Die Chronologie einer tragischen Geschichte
Nach den schweren Vorwürfen von Peter Pilz, der die Kommission als "reine Vertuschungskommission" bezeichnet hat, übt nun auch der bekannte Medienanwalt von Natascha Kampusch, Dr. Gerald Ganzger, scharfe Kritik an der Zusammensetzung der sogenannten Evaluierungskommission.
news.at: Herr Dr. Ganzger, Minister Platter hat zur Aufklärung im Fall Kampusch eine Evaluierungskommission zusammengerufen. Wie bewerten Sie diese Kommission?
Dr. Ganzger: Grundsätzlich begrüße ich alles was zur Aufklärung möglicher Ermittlungspannen im Fall Natascha Kampusch beiträgt. Ich denke aber, dass eine unabhängigere Kommission aus vielen Gründen in dieser heiklen Angelegenheit begrüßenswert gewesen wäre. Alle drei von Minister Platter bestellten Mitglieder gehören dem Bundesministerium für Inneres an. Auf jeden Fall sollten aus meiner Sicht zwei, noch besser aber drei Personen, zusätzlich von außen Mitglied der Kommission werden. Ich denke auch, dass der Blick von außen für die erfolgreiche Arbeit der Kommission sehr wichtig wäre. Außerdem könnte dadurch sicher gestellt sein, dass von vornherein der Eindruck vermieden wird, die eigenen Leute beurteilen allfällige Fehler Ihrer Kollegen. Und es muss auch im Interesse der zurzeit nominierten Mitglieder der Kommission liegen, dass der Verdacht der Kollegenbegünstigung oder Verschleierung gar nicht erst entsteht.
news.at: An welche Personen denken Sie?
Dr. Ganzger: Es kommen sicherlich einige Personen in Frage. Auf jeden Fall sollten sie Experten in der öffentlichen Verwaltung oder im Verwaltungsrecht sein und auch in der Öffentlichkeit anerkannt und respektiert sein. Spontan fallen mir ein Rechnungshofpräsident im Ruhestand Fiedler, Dekan Prof. Heinz Mayer, Prof. Bernd Schilcher und ehemaliger Nationalratspräsident Heinrich Neisser ein.
news.at: Haben Sie mit den genannten Herren schon gesprochen?
Dr. Ganzger: Nein, aber ich denke wenn sie von Minister Platter gefragt würden und die Rahmenbedingungen stimmen, gibt es eine große Chance auf eine Zusage.
news.at: Welche Rahmenbedingungen?
Dr. Ganzger:Ich denke, dass sich diese Herren nur dann zur Verfügung stellen, wenn sie volle und gleichberechtigte Mitglieder der Kommission sind. Eine reine Alibi- oder Feigenblattfunktion werden sie sicher nicht annehmen.
news.at: Wann erhoffen Sie sich eine Anfrage des Ministers an die genannten Personen?
Dr. Ganzger: Wichtig ist, keine Zeit zu verlieren. Frau Kampusch hat alle Rechte dieser Welt, dass diese Unklarheiten und Merkwürdigkeiten bishin zu möglichen schweren Ermittlungspannen lückenlos aufgeklärt werden. Das darf nicht unter den Teppich gekehrt bleiben.
news.at: Hr. Dr. Ganzger wir danken für das Gespräch.
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