Samstag, 9. Februar 2008

Elektropistole gilt laut UN als Folter: "Taser X26" bei uns trotz Todesfällen im Einsatz

  • Berger: "Über Einführung noch einmal nachdenken"
  • profil: 'Keine gesicherte Basis für kausale Todesfolge'

Wie das Nachrichtenmagazins "profil" in seiner neuen Ausgabe berichtet, verurteilt der UN-Ausschuss gegen Folter die in Österreich im Einsatz befindliche Elektrowaffe "Taser X26" als "Form von Folter", die "in bestimmten Fällen zum Tod führen könne, wie zuverlässige Studien und Fälle in der Praxis jüngst ergeben hätten". Das so genannte Comité contre la torture der Vereinten Nationen ruft seine Mitgliedsstaaten dazu auf, auf "den Einsatz der elektrischen Waffe 'Taser X26' zu verzichten".

SPÖ-Justizministerin Maria Berger will nun über die "Einführung noch einmal nachdenken". Zweifellos sei "die Verwendung des Tasers mit nicht unerheblichen Risiken verbunden", so Berger. Das Innenministerium sieht momentan keinen Handlungsbedarf die Waffe aus dem Verkehr zu ziehen. Bei einer gesunden Person habe es bis dato "keine gesicherte Basis für eine kausale Todesfolge" gegeben.

Zuletzt sorgte jedoch eine Serie von Todesfällen nach Taser-Gebrauch in Kanada für Schlagzeilen. Auch in Österreich wird der Einsatz dieser Waffe seither diskutiert.

Der Taser feuert zwei Nadeln ab, die dem Ziel einen kurzen Stromstoß mit bis zu 50.000 Volt versetzen, und dient vor allem dazu, Angreifer oder Randalierer für kurze Zeit außer Gefecht zu setzen, um sie überwältigen zu können. In Österreich ist der Taser seit 2005 bei Justizwachebeamten und ausgewählten Polizeieinheiten in Verwendung. In Gefängnissen wurde er bisher insgesamt acht Mal, von der Exekutive rund 50 Mal eingesetzt.

Mehr dazu lesen Sie im profil 07/08!

9.2.2008 08:59