Samstag, 9. Februar 2008

Suche nach Brandursache in Seniorenheim: Elf Menschen starben im Flammeninferno!

  • Vorarlberg: Drei Personen weiterhin in Lebensgefahr
  • Entsprach Vinzenz-Heim Brandschutz-Bestimmungen?
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Am Tag nach der Brandkatastrophe im Seniorenheim Vinzenz schwebten nach wie vor drei der sechs verletzten Heimbewohner in Lebensgefahr. Getötet wurden bei dem Feuer fünf Frauen sowie sechs Männer, alle aus Vorarlberg. Die Ermittlungen zur Brandursache dauerten an, eine Brandeinwirkung von außen könne aber ausgeschlossen werden, erklärte Vorarlbergs Sicherheits-Landesrat Erich Schwärzler.

Für die Feuerwehr berichtete Einsatzleiter Markus Natter von äußerst schwierigen Bedingungen. Die Rauchentwicklung im gesamten Objekt sei sehr stark gewesen. Angesprochen auf die Tatsache, dass die meisten Türen im Heim geöffnet waren, stellte Natter fest, "dass es für viele idealer gewesen wäre, wären die Zimmer-Türen geschlossen geblieben. Dann hätte man möglicherweise weitere Personen retten können", so Natter. Offenbar hätten die Heimbewohner den Brand mitbekommen und durch den Gang ins Freie flüchten wollen. Das sei aber nur eine Vermutung. Die Rauchmelder hätten einwandfrei funktioniert, betonte er.

Zum Stand der Brandermittlungen gab es vorerst nichts Neues. Jeweils drei Brandermittler aus Vorarlberg und aus Wien waren vor Ort und machten sich ein Bild von der Situation. Es blieb bei der Feststellung, dass das Feuer im ersten Obergeschoss wahrscheinlich in der Nähe der Kapelle ausgebrochen ist.

Seniorenheim feuerschutz-technisch einwandfrei?
Bezirkshauptmann Elmar Zech wiederholte, dass das Vinzenz-Heim den Bestimmungen entsprechend in den Jahren 2003 und 2006 überprüft und als in Ordnung befunden worden sei. Bürgermeister Norbert Fink ergänzte, dass zuletzt 2001 eine Brandschutzprüfung stattgefunden habe. "Die nächste hätte in Kürze durchgeführt werden sollen und war bereits terminisiert", so Fink. Auch das entspreche dem Gesetz.

Der Sachverständige Kurt Giselbrecht von der Vorarlberger Brandverhütungsstelle sagte nach einem ersten Lokalaugenschein im Seniorenheim, dass Rauchwarnmelder installiert gewesen seien, jedoch seien diese nicht flächendeckend angebracht und eigentlich für den Hausgebrauch bestimmt gewesen. Auf die Frage, ob er als Sachverständiger weitergehende Brandschutzmaßnahmen empfohlen hätte, erklärte Giselbrecht: "Das geht sicher in Richtung etwas mehr". Es sei aber ungewiss, ob die Brandkatastrophe damit zu verhindern gewesen wäre, betonte Giselbrecht ausdrücklich.

Gemeinde Egg in tiefer Trauer
"Die Trauer und Betroffenheit in unserer Gemeinde ist gewaltig", beschrieb Bürgermeister Fink die Stimmung der Bevölkerung. Die Bewohner des Altenheims seien ins Gemeindeleben integriert gewesen, unterstrich Fink. Um 12.00 Uhr wurde in der Bregenzerwälder Kommune eine Gedenkminute mit Glockengeläut für die Opfer des Großfeuers abgehalten. Das "Funken"-Abbrennen, das in Vorarlberg traditionell am Wochenende nach Aschermittwoch zur Austreibung des Winters durchgeführt wird, wurde ebenso wie alle anderen Veranstaltungen abgesagt. Nachdem die Staatsanwaltschaft die Toten freigegeben habe, werde es eine offizielle Verabschiedung in der Gemeinde geben, kündigte der Bürgermeister an. (APA/red)

9.2.2008 15:46