Ursula Plassnik eröffnete "Wiener Forum":
Prominenter Support von Ricky Martin & Co.
- Konferenz der UNO zur Menschenhandel-Bekämpfung
- Auch Ehefrau von Ägyptens Präsident hat zugesagt

Armut, Mangel an Bildung, Diskriminierung, kriegerische Auseinandersetzungen und Aussichtslosigkeit - diese Umstände nannten Außenministerin Ursula Plassnik und Ägyptens First Lady, Suzanne Mubarak, in ihren Eröffnungsreden als Hauptursachen für Menschenhandel, der Thema einer UNO-Konferenz ist. Das "Wiener Forum gegen Menschenhandel" mit mehr als 1.200 Teilnehmern findet bis Freitag im Austria Center Vienna statt.
2,7 Millionen Menschen weltweit seien Opfer von Menschenhandel. 80 Prozent von ihnen Frauen und Kinder, sagte Plassnik. "Worte reichen nicht aus. Wir müssen handeln - und zwar jetzt", erklärte die österreichische Außenministerin. Suzanne Mubarak bezeichnete die Bekämpfung des Menschenhandels als enorme Herausforderung. Es handle sich dabei um mehr als nur eine Form von Kriminalität. Menschenhandel sei nämlich geeignet, die Sicherheit von Staaten zu untergraben. "Es ist die Aufgabe jedes Staates, seine Verantwortung wahrzunehmen", sagte die Soziologin Mubarak.
Suzanne Mubarak, die im Mai vergangenen Jahres an der Nahost-Frauenkonferenz in Wien teilnahm, engagiert sich bereits seit Jahren im Kampf gegen den Menschenhandel. Sie schloss sich unter anderem einem Aufruf der Unesco an, das Phänomen als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" zu ächten.
Promis bei der Konferenz
Ihre Teilnahme an der Konferenz haben auch die britische Schauspielerin Emma Thompson sowie der aus Puerto Rico stammende US-Sänger Ricky Martin zugesagt. Ricky Martin unterstützt mit seiner Stiftung die Kampagne "Call and Live" ("Ruf an und lebe"), eine Hilfs- und Informations-Hotline für Opfer von Menschenhandel in Lateinamerika. Der Sänger, mit Hits wie "Livin' la Vida Loca" bekanntgeworden, bezeichnete diese Form der Kriminalität als "Form moderner Sklaverei".
Oscar-Preisträgerin Thompson gestaltete eine Installation unter dem Titel "The Journey", die im vergangenen Herbst mit großem Erfolg in London gezeigt wurde. Die Darstellung der psychischen und physischen "Reise" einer Frau in die Zwangsprostitution in mehreren Containern zog binnen einer Woche 15.000 Besucher an. Die Installation wird auf dem Heldenplatz gezeigt. (apa/red)
