Freitag, 8. Februar 2008

Polizei zerschlug Bande von Schleppern:
Zehn Personen in Steiermark festgenommen

  • Insgesamt wurden bisher 107 Personen verhaftet
  • Schlepperorganisation war firmenähnlich strukturiert

Eine internationale Schlepperbande konnte nach monatelangen Ermittlungen von steirischen Kriminalisten in Zusammenarbeit mit slowenischen und kroatischen Kollegen zerschlagen werden. Bisher wurden 107 Personen verhaftet. "Wir erwarten aber noch weitere Festnahmen", erklärte Polizeisprecher Maximilian Ulrich. Zehn Schlepper wurden in der Steiermark festgenommen.

Die Ermittlungen gegen die Schlepperbande sind noch nicht beendet, es wird nach Angaben der Polizei in den nächsten Tagen noch zu weiteren Verhaftungen kommen. Bisher wurden 107 Schlepper aus Slowenien, Kroatien, Albanien und Serbien ausgeforscht und 461 Flüchtlinge aufgegriffen, 40 davon in der Steiermark. Bei Hausdurchsuchungen wurden Waffen, Munition, Suchtgift und Kommunikationsgeräte sichergestellt.

Firmenähnliche Strukturen
Die Schlepperorganisation war firmenähnlich strukturiert, jedes Mitglied hatte seinen eigenen Aufgabenbereich. Die Schlepper waren über alle Gegebenheiten im Grenzraum bestens informiert und konnten so die illegalen Flüchtlinge beinahe ungehindert über die Grenze führen. Der Transport über die Grenzen nach Slowenien, Kroatien oder Österreich erfolgte zu Fuß mit einem Führer.

Unterbringung in "Bunkerwohnungen
Nach der Grenzüberschreitung wurden die Flüchtlinge in Fahrzeugen weiter transportiert. Dabei wurden sie den Kofferraum der Transportfahrzeuge gepfercht, wo sie stundenlang ohne Wasser und oft bei drückender Hitze ausharren mussten. Einige Male wurden die illegalen Einwanderer in Slowenien auch in sogenannten "Bunkerwohnungen" untergebracht, wo sie dann auf ihren Weitertransport warten mussten. Die Flüchtlinge mussten pro Person bis zu 3.500 Euro an die Schlepper zahlen.
(apa/red)

8.2.2008 11:28