Dienstag, 5. Februar 2008

Nach Erdrutsch in Gmunden: Erstmals wurden nun Risse in Uferstraße sichtbar

  • Zwei Häuser am Traunsee-Ufer weiter verschoben
  • Experte befürchtet keine Umweltverschmutzung

Beim Erdrutsch in Gmunden in Oberösterreich ist erstmals ein Riss in der Traunsteinstraße am Seeufer aufgetreten. Eine Echolotmessung des Schwemmkegels habe zwar "keine wirklich katastrophale Entwicklung" ergeben, erklärte Wolfgang Gasperl, Sektionsleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung, im Gespräch mit der APA. "Wir müssen die Häuser und die Straße aber sehr genau im Auge behalten."

Der einige Millimeter breite Riss, der auch vom Schwerverkehr herrühren könnte, verlaufe quer über die Fahrbahn, so Gasperl. Die beiden Häuser, bei denen bereits vergangene Woche Bewegungen registriert worden waren, hätten sich jeweils um insgesamt neun Zentimeter verschoben. Sie seien aber völlig unbeschädigt, betonte der Experte. Am ältesten Gebäude im betroffenen Gebiet, das ein Ereignis im Jahr 1910 unbeschadet überstand, habe man hingegen Risse festgestellt. Um den Druck herauszunehmen, sei ein Entlastungsschlitz gegraben worden, berichtete Gasperl.

Eine Umweltverschmutzung durch die Erdmassen befürchtet Gasperl nicht. Seit 20.000 Jahren werde Material in den Traunsee geschoben, ein Fischsterben sei bisher nicht beobachtet worden.

Der Kampf gegen die Hangrutschung am sogenannten Gschliefgraben, die sich Ende November verschärft hat, laufen unterdessen auf Hochtouren. Sollte sich die Situation auf der Uferstraße weiter zuspitzen, wäre das Gebiet "Unterm Stein" nur mehr auf dem Seeweg erreichbar. "Wir arbeiten intensiv weiter", will sich Gasperl nicht entmutigen lassen.

Mehr als 50 Gebäude - darunter zwei Gasthäuser und ein kleiner Bootsbaubetrieb - mussten wegen des Erdrutsches vorübergehend evakuiert werden. Der Großteil der Objekte wurde Mitte Dezember wieder freigegeben. Die Bewohner von zwölf Häusern müssen aber nach wie vor in ihren Ausweichquartieren abwarten.

(apa/red)

5.2.2008 12:50