Freitag, 1. Februar 2008

Schickes Ambiente, ausgezeichnete Küche:
FORMAT-Kritik zur neuen Note des Novelli

  • Behutsame Veränderungen von stilsicherer Hand
  • Hacker: "Ein schöneres Novelli hat es nie gegeben!"

Das Novelli hat schon einiges erlebt. Einst als unumstrittener Hotspot der Beauty People Wiens gefeiert, verlor es vor allem nach der Gründung des Fabios kurzzeitig stark an Bedeutung. Danach erholte es sich wieder, und beide Lokalitäten kämpften hartnäckig um die Gunst der schicken Menschen, ein Wettstreit, den das Fabios meist um Seezungenlänge für sich entschied.

Nun wurde das - immer schon besonders geschmackvolle - Lokal optisch runderneuert und präsentiert sich in neuem Glanz. Die Veränderungen wurden behutsam gemacht, in jedem Fall aber mit stilsicherer Hand, weshalb mit Fug und Recht behauptet werden kann, ein schöneres Novelli hat es nie gegeben. Was aber noch wichtiger ist: Auch das Essen ist so gut wie nie. Küchenartist Konstantin Fillipou hat mächtig zugelegt und seine zuweilen etwas verspielten Kreationen gegen wesentlich reifer wirkende Gerichte ausgetauscht.

Vielseitige Köstlichkeiten
Unter der Bezeichnung "Contemporare" finden sich Gerichte, die in Worten nur ganz knapp erklärt werden. Etwa: "Yellow Fin roh mariniert, in Olivenöl frittierte Sepioline geräuchert, Paprikacreme, Kartoffel, Bacalaobrandade, Safran". Oder: "Dreimal Gänseleber, Süppchen, Rolle, gebraten, Apfel, Sellerie, Schwarzer Trüffel". In der Spalte "Classico" hingegen: "Vitello Tonnato" (Kalbsrücken, Frischer Yellow Fin, Kapernbeeren, Kalbsfond, Rucola) oder "Ossobuco" (Geschmorte Lammhaxe, mariniert in Kräutern und Gewürzen, Schmorgemüse, Wirsingcannelloni, Zwergorangen, Grenolata). Das alles schmeckt ausgesprochen köstlich, was dem sympathischen Restaurantleiter Andreas Mikulits mit Blick auf die Konkurrenz ein vielsagendes, aber vor allem zufriedenes Lächeln abringt.

Novelli
1010 Wien, Bräunerstraße 11, Tel. 01/513 42 00
Mo.-Sa. 12-14.30; 18-23 Uhr
Vorspeisen bis 15 Euro, Hauptspeisen bis 28 Euro

1.2.2008 11:45