Mittwoch, 30. Jänner 2008

In Österreich Aids wieder weiter verbreitet: Trend der Neuinfektionen abermals steigend

  • Erstmals wieder 515 HIV-Neuinfektionen im Jahr 2007
  • Steiermark und Oberösterreich besonders betroffen

Aids ist in Österreich wieder auf dem Vormarsch: Im Jahr 2007 wurden erstmals seit 1993 mehr als 500 Menschen HIV- positiv getestet. Mit 515 neu diagnostizierten Infektionen gegenüber 442 im Jahr 2006 wurde österreichweit ein Anstieg um 16,5 Prozent registriert. Das teilte die Aids Hilfe Wien mit. Besonders betroffen sind offenbar die Steiermark und Oberösterreich.

In der Steiermark sei der Zuwachs ausschließlich bei Männern in der Gruppe der anonym getesten Personen beobachtet worden. In Oberösterreich seien die Zahlen hingegen sowohl bei Männern als auch bei Frauen stärker gestiegen als in den anderen Bundesländern. Auf die Entwicklung verwies auch das Institut für Virologie in Wien. Möglicherweise seien aber einfach mehr bisher unbekannte Infektionen mit HIV diagnostiziert worden.

Wien unter Durchschnitt
In Wien ist die Anzahl der neuen Ansteckungen von 256 im Jahr 2006 auf 266 im Vorjahr gestiegen. Aber mehr als jede zweite Neuinfektion in Österreich wurde in der Bundeshauptstadt verzeichnet. Die Steigerungsrate liegt mit rund vier Prozent daher deutlich unter dem bundesweiten Schnitt.

Sorglosigkeit
Die Aids Hilfe Wien rechnet inklusive Dunkelziffer mit österreichweit 12.000 bis 15.000 HIV-infizierten Menschen, von denen etwa die Hälfte in der Bundeshauptstadt lebt. Erfreulich ist, dass die Infektionszahlen bei Frauen in Wien nicht mehr ansteigen, sondern mit 53 Neuinfektionen gegenüber den vergangenen Jahren kontinuierlich sinken.

Problematisch ist für die Aids Hilfe vor allem, dass wegen besserer Behandlungsmöglichkeiten HIV seinen Schrecken weitgehend verloren zu haben scheint. Die Bevölkerung dürfte sorgloser geworden sein.

(apa/red)

30.1.2008 12:58