Freitag, 1. Februar 2008

Arbeitslosigkeit laut Statistik rückläufig: Zahl der Jobsucher sank im Jänner um 9 %

  • 268.752 Personen suchten offiziell Arbeitsstelle
  • Plus: Starke Rückgänge vor allem bei Jugendlichen

Österreichs Arbeitsmarkt hat sich im Jänner deutlich besser als erwartet entwickelt. Die Zahl der Jobsuchenden ging im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 268.752 Arbeitslose zurück. Die Arbeitslosenrate nach EU-Berechnung sank um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Deutlich rückläufig waren auch die Schulungen, und zwar um 9,6 Prozent auf 52.361 Schulungsteilnehmer, so dass die Zahl der Arbeitsuchenden insgesamt um 32.043 Betroffene sank. Gleichzeitig nahm die Beschäftigung im Jänner um 2 Prozent oder um 68.000 auf 3,313.431 Personen zu.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein (V) betonte, er gehe von einem "robusten" Wirtschaftswachstum von 2,2 bis 2,4 Prozent für das laufende Jahr aus. Man könne die US-Verhältnisse nicht eins zu eins auf österreichische Verhältnisse projizieren. Allerdings laufe die Arbeitsmarktentwicklung der Konjunktur drei bis sechs Monate nach. "Wir nähern uns dem Ziel Vollbeschäftigung schrittweise", so der Minister. Er sei optimistisch, dass es heuer um 7.000 bis 8.000 Arbeitslose weniger geben werde.

Ausschlaggebend für die günstige Entwicklung sei neben der Konjunktur die gute Lage am Bau und im Fremdenverkehr, so der Vorstand vom Arbeitsmarktservice (AMS), Johannes Kopf. Darüber hinaus sei es gelungen, die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit um 6 auf 81 Tage zu verkürzen.

Jugendarbeitslosigkeit rückläufig
Starke Rückgänge gab es im Jänner auch bei der Jugendarbeitslosigkeit und bei den Langzeitarbeitslosen, und zwar um 12,5 bzw. um 12 Prozent. Bei den über 50-Jährigen ging die Arbeitslosigkeit um 1 Prozent auf 54.426 Betroffene zurück. Bei den Männern ging die Arbeitslosigkeit mit minus 9,3 Prozent auf 172.148 etwas stärker zurück als bei den Frauen mit minus 8,4 Prozent auf 96.604 Betroffene.

Oberösterreich profitierte am stärksten
Regional haben alle Länder von der günstigen Entwicklung profitiert, am stärksten Oberösterreich mit minus 11,3 Prozent, gefolgt von Vorarlberg und Salzburg. Schlusslicht bildet das Burgenland mit minus 7,7 Prozent. Nach Berufsgruppen waren die Bauberufe mit minus 11,1 Prozent die Gewinner, gefolgt von den Metall- und Elektroberufen. Rückläufig war im Jänner auch die Arbeitslosigkeit bei Ausländern, und zwar um 9,8 Prozent, im Vergleich dazu ging die Zahl der inländischen Jobsuchenden um 8,8 Prozent zurück.

Nicht zurücklehnen!
Die positive Entwicklung dürfe aber nicht zum Anlass genommen werden, sich zurückzulehnen, so der AK-Präsident Herbert Tumpel. Der durch die gute Konjunkturlage bedingte Fachkräftebedarf müsse als Chance genützt werden, das Ziel der Vollbeschäftigung umso energischer zu verfolgen.

Tumpel fordert die Bundesregierung auf, die mit den Sozialpartnern vereinbarten Maßnahmen jetzt rasch und ohne Zögern umzusetzen. Ganz besonders wichtig seien dabei die Ausbildungsgarantie für die Jungen und die Erhöhung der Qualifikation durch echte berufliche Weiterbildung für erwachsene Arbeitsuchende. (APA/red)

1.2.2008 13:48