Unzufriedenheit mit neuen Öffnungszeiten: Jeder 2. Berufstätige will länger einkaufen
- Vier von zehn Befragten für weitere Ausdehnung
- Früheres Aufsperren finden nur 34 Prozent positiv
UMFRAGE: Wie zufrieden sind Sie mit Ladenöffnung?
·UMFRAGE: Zufrieden mit Ladenöffnung?
Wollen Sie in Geschäften länger einkaufen können?
·Mehr Zeit für lästige
Lebensmittel-Einkäufe
Auch Billa, Merkur und Co. halten länger offen
·Geschäfts-Kassen dürfen länger klingeln
Ladenöffnungszeiten von 66 auf 72 h ausgeweitet
·Sonntagsöffnung bei der EURO 2008 kommt
Geschäfte dürfen von
12 bis 18 Uhr aufsperren
Mit 1. Jänner sind die Ladenöffnungszeiten auf 72 Wochenstunden verlängert worden. Jeder zweite Berufstätige ist aber weiter unzufrieden, zeigt eine Umfrage. So sperren die meisten Supermarkt-Ketten jetzt zwar früher auf, im Vergleich zu vorher haben sie aber nur unwesentlich länger geöffnet. Für 42 Prozent der Berufstätigen in den Landeshauptstädten und Wien ist das nicht lange genug.
Sie wünschen sich im Lebensmittelhandel zumindest Öffnungszeiten bis 20 Uhr, noch besser bis 20.30 Uhr, ergab die Umfage von Kreutzer Fischer & Partner. Ein Viertel der Befragten zeigte sich "sehr zufrieden" mit den Öffnungszeiten bis 19 bzw. 19.30 Uhr.
Wenig Zuneigung für früheres Aufsperren
Das frühere Aufsperren wird dagegen von nur 34 Prozent positiv bewertet, 57 Prozent sehen hingegen keine Notwendigkeit, die Geschäfte früher aufzusperren. Dieses zusätzliche Angebot ist für die Mehrheit der Befragten nicht notwendig, zumal man die Frühstückssemmeln und die Jause auch beim Bäcker oder im Feinkostladen kaufen könne.
Das früher von den Handelsmanagern oftmals verwendete Argument, längere Öffnungszeiten brächten ein besseres Kundenservice, insbesondere für Berufstätige, scheint vergessen, analysiert der Marktforscher. In den Handelszentralen argumentiere man nun mit dem ZiB-1-Effekt, also dass nach 19.30 Uhr sowieso niemand mehr einkaufen möchte.
Für Andreas Kreutzer, Geschäftsführer von Kreutzer Fischer & Partner, ist das "eine Schimäre", weil seinen Angaben zufolge nur etwas mehr als eine Million Erwachsene die ZiB 1 sehen. Dem stünden rund 750.000 Berufstätige gegenüber, die in Österreich regelmäßig Überstunden leisten und mehr als 500.000 Erwerbstätige, die um 19.30 Uhr noch an ihrem Arbeitsplatz oder auf dem Weg von diesem nach Hause sind.
(apa/red)

