Londoner Gipfeltreffen: Wirtschaftsmächte Europas fordern globales Frühwarnsystem
- Mehr Transparenz v.a. bei Rating-Agenturen gefordert
- Bisherigen Fortschritte reichen noch lange nicht aus

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Die vier führenden europäischen Industrienationen haben angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten und Börsen ein Frühwarnsystem gefordert, um Krisen rechtzeitig zu erkennen. Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und die EU-Kommission verlangen mehr Transparenz vor allem bei Rating-Agenturen und riefen die Banken auf, fällige Abschreibungen schnell und umfassend aufzudecken.
An dem Gipfeltreffen in London nahmen britische Premierminister Brown, die deutsche Bundeskanzlerin Merkel, der französische Staatspräsident Sarkozy, der noch amtierende italienische Ministerpräsident Prodi und EU-Kommissionspräsident Barroso teil. Hintergrund waren die jüngsten Börsenturbulenzen und die von der US- Immobilienkrise ausgelösten Spannungen an den Finanzmärkten. "Wir brauchen eine besseres globales Frühwarnsystem", sagte Brown.
Selbstregulierung der Finanzmärkte
Die Gipfelteilnehmer setzen auf eine Selbstregulierung der Finanzmärkte. Merkel forderte die Marktteilnehmer zu mehr Transparenz auf. "Die wichtige Botschaft lautet: Wenn das nicht passiert, dann muss auch regulatorisch gehandelt werden." Merkel lobte das Londoner Treffen als "außerordentlich wichtig". Es seien Fortschritte erzielt worden, die aber noch nicht ausreichten. Sie sprach sich dafür aus, bei der Bewertung neuer Finanzinstrumente eine Einigung auch mit den USA zu suchen.
"Wir haben uns verpflichtet, eng zu kooperieren, um wirtschaftliche Stabilität zu bewahren", erklärte Brown. Er sprach von Risiken und einer Zeit globaler Unsicherheiten, denen es zu begegnen gelte. Von den Banken forderte er im Namen der Konferenzteilnehmer eine schnelle Offenlegung aller Risiken und Verluste. (apa/red)

