Immer wieder gegen Deutschland spielen:
Österreich-Deutschland erlebt 34. Auflage
- Erstes Länderspiel ein 3:2 in Wien am 5. Juni 1908
- Spiele in Neapel, Basel, Cordoba und Gijon prägten

·GRAFIK: Bilanz gegen
Deutschlands Team
8 Siege, 19 Niederlagen und 6 Remis in 33 Spielen
·Hickersberger steht vor 50. Länderspiel
Damit alleiniger Dritter in der Teamchef-Rangliste
·Der Teamkader für das Deutschland-Spiel
BILDER: Pogatetz, Linz und Prager wieder dabei
·GRAFIK: Der ÖFB-
Fahrplan zur EURO
Die Termine bis zum Auftakt gegen Kroatien
Österreich gegen Deutschland - Fußball-Länderspiele dieser zwei Länder gibt es genau 100 Jahre und sind meist etwas Besonderes. Heute treffen die Nachbarn im Wiener Happel-Stadion (Live ab 20.35 Uhr auf news.at) bereits zum 34. Mal seit 1908 aufeinander. Dem freundschaftlichen Duell als EURO-Test folgt dann am 16. Juni ebenfalls im Prater der Kampf um EM-Punkte in der Gruppe B.
Das ÖFB-Team ist gegen den großen Bruder seit 29. Oktober 1986 ohne Sieg. Wie jetzt, wenn die EM-Zusatztribünen eingeweiht werden, sind die Deutschen damals zur Eröffnung des umgebauten Prater-Ovals als Sparring-Partner gekommen und unterlagen vor knapp 50.000 Zuschauern 1:4. Toni Polster mit zwei Elfertoren und Reinhard Kienast ebenfalls im Doppelpack trafen gegen die Beckenbauer-Elf, für die Rudi Völler scorte.
Danach folgten ein 0:0 in Nürnberg, ein 1:5 in Wien, ein 2:6 in Leverkusen, wo Sebastian Deisler im Zweikampf mit Rolf Lander eine schwere Verletzung im rechten Knie erlitt und nach dem letzten Test für die WM 2002 in Asien absagen musste, und ein 1:3 in Wien. Damals, am 18. August 2004, hatte Kevin Kuranyi mit drei Toren für ein erfolgreiches Debüt von Jürgen Klinsmann als DFB-Teamchef gesorgt. Den Ehrentreffer der Hausherren hatte Martin Amerhauser zum 1:1 erzielt.
Erste vier Spiele siegreich
Begonnen hatte die Länderspiel-Geschichte am 5. Juni 1908 mit einem 3:2-Erfolg in Wien. Danach folgten drei weitere ÖFB-Siege und ein Remis, die erste Niederlage setzte es 1922 in Wien (0:2). Den höchsten Triumph feierten am 24. Mai 1931 Schall, Zischek, Sindelar, Vogl usw., kurz das Wunderteam, mit dem 6:0 in Berlin. Seit damals hat es in Deutschland keinen Sieg mehr gegeben. Die höchste Schlappe kassierten Zeman, Happel, Hanappi, Ocwirk, Koller und Co. mit dem 1:6 im WM-Halbfinale gegen den späteren Champion 1954 in Basel.
Die Schweiz, der jetzige EM-Partner, war dennoch eine Reise wert. Die Österreicher schlugen anschließend Uruguay im Spiel um Rang drei 3:1 - die bis heute beste rot-weiß-rote WM-Platzierung war perfekt. 1934, als die ÖFB-Delegation ohne Vorbereitung zur Italien-WM gereist war, musste sich das Wunderteam von Hugo Meisl im Halbfinale den Azzurri in Neapel durch ein umstrittenes Tor 0:1 und dann im Spiel um Bronze Deutschland 2:3 geschlagen geben.
"I wer narrisch" 1978"
Stichwort 3:2 - ein solches Resultat ist eng mit der WM 1978 in Argentinien und Cordoba verbunden. Damals hatten aber die Österreicher, die 20 Jahre auf eine WM-Teilnahme gewartet hatten, die Oberhand behalten, den ersten Sieg nach 47 Jahren über den Nachbarn geholt. "Ich wer narrisch", brüllte Edi Finger Sen. ins Radio-Mikro, nachdem für die Senekowitsch-Truppe Hans Krankl zweimal getroffen und die Deutschen vorzeitig heimgeschickt hatte. Nach dem 1:5 gegen Ernst Happels Niederlande landete das ÖFB-Team auf dem siebenten WM-Rang.
Die WM sowie Österreich und Deutschland haben noch einen - allerdings unrühmlichen - Höhepunkt gehabt. Vier Jahre nach Cordoba verspielten die Rivalen in Gijon (Spanien) ihre Fußball-Ehre. Österreich hatte Chile (1:0) und Algerien (2:0) geschlagen, die Deutschen mussten gewinnen, führten im abschließenden Gruppen-Spiel nach 10 Minuten 1:0 - das war's. Man tat einander nicht mehr weh, nicht nur die Algerier, zuvor 2:1-Sensationssieger gegen Deutschland, waren empört.
(apa/red)
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