Sonntag, 3. Februar 2008

Bode Miller siegt und holt Kombi-Weltcup:
Zwei Kroaten schaffen Sprung auf Stockerl

  • Mit 30. Weltcupsieg Kombinations-Weltcupsieger
  • Kostelic und Zrncic-Dim auf Plätzen zwei und drei

Der US-Amerikaner Bode Miller hat mit dem Sieg in der Super-Kombination in Val d'Isere die erste kleine Kristallkugel in diesem Winter ins Trockene gebracht. Auf den Plätzen im Tagesrennen landeten die Kroaten Ivica Kostelic (+0,38 Sek.) und sensationell Natko Zrncic-Dim (0,99), Rainer Schönfelder wurde Vierter (1,09), Benjamin Raich Sechster (1,29). Für Miller war es die vierte kleine Kugel nach jener für den Riesentorlauf 2004 sowie den Super-G 2005 und 2007. Im Gesamtweltcup, den er 2005 bereits einmal für sich entschied, baute er den Vorsprung auf Raich auf 122 Punkte aus.

Es war zugleich der 30. Weltcupsieg für den Rennfahrer aus dem Einmannteam, den Grundstein hatte er in der Abfahrt mit einer überlegenen Bestzeit auf der "Face Olympique Bellevarde" gelegt, er war um 1,37 Sekunden schneller als der zweitplatzierte Schweizer Didier Defago. Im Slalom am Nachmittag bei schwierigen Lichtverhältnissen und schlechter Pistenpräparierung gab der Mann aus Franconia nicht mehr alles, wie er gestand: "Ich wollte den Sieg heimbringen. Ich habe mir schon beim Einfahren gedacht, dass bei dem Schnee im Slalom eine hohe Nummer nicht ideal ist. Hätte ich voll attackiert, wäre ich ausgeschieden."

Die Kugel macht Bode Miller Freude wie "jeder andere Titel" auch. Für viele zähle sie nicht so viel, doch die Kombination werde seiner Meinung nach immer wichtiger und bekomme mehr Bedeutung, weil gute Leute nachkämen wie Kostelic und Grange. Der Franzose war auch der einzige noch verbliebene Konkurrent von Miller um den Disziplinen-Weltcup gewesen, er schied allerdings im Slalom aus.

ÖSV in Abfahrt schwach
Die Österreicher vergaben Sieg und Podestränge bereits auf der Abfahrt. "Ja, es war weniger die Slalompiste als die Abfahrt. Die Rechtskurve vor der Traverse ist keiner gut gefahren", analysierte Cheftrainer Toni Giger. Mario Scheiber - im Endklassement noch Zehnter (+1,79) - hatte 2,19 Sekunden Rückstand, Rainer Schönfelder 2,30, Benjamin Raich 2,98, Romed Baumann 3,42 (Gesamt-25./4,06) und Hannes Reichelt 3,99 (33./5,54). Mario Matt war erkrankt und hatte nach der Inspektion w.o. gegeben.

In bester Ausgangsposition befand sich also der Kärntner Schönfelder, der zuletzt in Kitzbühel und Chamonix jeweils Dritter geworden war. "Mittlerweile komme ich hier gut zurecht, ein Stockerlplatz ist absolut möglich", sagte er nach dem Speedrennen. Am Ende verpasste er diesen um ein Zehntel und wurde Vierter. Was blieb, war der Ärger über die Präparierung der Slalompiste. "So werden nicht einmal FIS-Rennen ausgetragen, so fährt man Schülerrennen. Die Einfahrpiste war super, ich verstehe nicht, warum sie die Rennpiste nicht hinbekommen. Das haben wir jetzt schon in Schladming gehabt, da muss man sich die Frage stellen, ob da Experten am Werk sind." Auch Raich verbarg seine Verwunderung nicht. "Sehr unüblich, die sind da nur mit der Walze drübergefahren, das ist nicht ganz optimal."

Giger nahm den Veranstalter ein wenig in Schutz: "Es war schwierig bei den Verhältnissen mit dem vielen Neuschnee. Sie haben das Beste draus gemacht, sie waren sicher auch mit den Arbeitskräften am Limit." Mehr als die Hälfte des Slalomkurses befand sich auf der Abfahrtspiste, eine Verlegung des Kurses - das Gelände erlaubt dies - wäre eine mögliche Lösung gewesen.


Endstand:
1.Bode MillerUSA2:18,45 Min.1:33,8844,57
2.Ivica KostelicCRO2:18,83+0,38 Sek.1:36,1442,69
3.Natko Zrncic-DimCRO2:19,44+0,991:36,0643,38
4.Rainer SchönfelderAUT2:19,54+1,091:36,1843,36
5.Ales GorzaSLO2:19,63+1,181:35,9743,66
6.Benjamin RaichAUT2:19,74+1,291:36,8642,88
7.Daniel AlbrechtSUI2:19,78+1,331:35,6144,17
8.Carlo JankaSUI2:19,81+1,361:35,9843,83
9.Julien LizerouxFRA2:20,19+1,741:37,2942,90
10.Mario ScheiberAUT2:20,24+1,791:36,0744,17
11.Marc BerthodSUI2:20,26+1,811:36,8543,41
12.Didier DefagoSUI2:20,40+1,951:35,2545,15
13.Florian EisathITA2:20,90+2,451:36,1244,78
14.Peter FillITA2:21,07+2,621:35,9945,08
15.Alexander HoroschilowRUS2:21,24+2,791:37,0344,21
16.Matteo MarsagliaITA2:21,33+2,881:36,9044,43
17.Andrej JermanSLO2:21,35+2,901:36,5744,78
18.Christof InnerhoferITA2:21,49+3,041:36,8544,64
19.Pierre PaquinFRA2:21,53+3,081:37,5843,95
20.Michael GuflerITA2:21,64+3,191:37,2044,44
21.Werner HeelITA2:21,81+3,361:36,5045,31
22.Ted LigetyUSA2:21,86+3,411:37,8044,06
23.Krystof KryzlCZE2:22,30+3,851:37,4544,85
24.Guillermo FayedFRA2:22,34+3,891:36,9145,43
25.Romed BaumannAUT2:22,51+4,061:37,3045,21
26.Niklas RainerSWE2:22,59+4,141:37,2145,38
27.Didier CucheSUI2:22,63+4,181:36,9445,69
28.Manfred MölggITA2:22,91+4,461:38,3344,58
29.Lars Elton MyhreNOR2:23,30+4,851:37,5845,72
30.Filip TrejbalCZE2:23,37+4,921:38,4444,93
Weiter:
33.Hannes ReicheltAUT2:23,99+5,541:37,8746,12



(apa/red)

3.2.2008 16:04