ÖSV-Hoffnungen Scheiber, Gruber Maier:
Besiegen sie Kitz-Triumphator Didier Cuche?
- Schweizer großer Favorit bei Val d'Isere-Abfahrt
- Gewinner bei Absage wäre kranker Walchhofer

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Der im Disziplinen-Weltcup führende Schweizer Didier Cuche ist heute der große Favorit für die Abfahrt auf der "Face Olympique Bellevarde" in Val d'Isere (11.00 Uhr). Österreichs erste Herausforderer bei der WM-Generalprobe sind die Tiroler Mario Scheiber, Christoph Gruber sowie der Salzburger Hermann Maier, die in Abwesenheit des sich nach seiner Grippeerkrankung auf dem Weg der Besserung befindlichen Michael Walchhofer und des verletzten Andreas Buder in den Trainings den stärksten Eindruck hinterließen.
Mit einer Stunde Verspätung wegen Nebels und Schneefalls im oberen Bereich fand der dritte Zeitlauf am Freitag doch noch statt, die Wetter-Prognose für das Rennen ist mit Schneefall aber nicht gerade günstig. Großer Gewinner bei einer eventuellen Absage wäre der Salzburger Walchhofer, der die Trainings wegen eines grippalen Infekts nicht mitgemacht hat. Freitagfrüh war er fieberfrei, an Training ist allerdings nicht zu denken gewesen. Im Kampf um die Kleine Kristallkugel liegt Walchhofer als Dritter 119 Punkte hinter Cuche und 56 hinter dem US-Amerikaner Bode Miller. Nach Val d'Isere stehen noch die Abfahrten in Kvitfjell und Bormio auf dem Programm.
Die Zeiten haben sich geändert seit der Olympia-Abfahrt 1992, als Patrick Ortlieb in Val d'Isere in 1:50,37 Minuten vor Franck Piccard (FRA) und seinem Landsmann Günther Mader gewann. Wegen der Materialentwicklung ist der Hochgeschwindigkeitskurs aus Sicherheitsgründen nur dank (teilweise Zick-Zack-)Torsetzung bewältigbar. Die schnellste Trainingszeit auf den vollen 2.988 m hatte am Donnerstag der Südtiroler Geheimtipp Christof Innerhofer in 2:13,85 Minuten aufgestellt - bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80,36 km/h. Ortlieb war vor 16 Jahren mit durchschnittlich 94,75 km/h unterwegs, er hatte 3.048 m zu absolvieren.
Läufer mit "Face" unzufrieden
Wie viele andere hat auch Cuche nach dem Umsetzen einiger Tore im zweiten Training mehr Abfahrtscharakter erkannt, das dritte ließ er aus. "Es kommt in die Nähe einer Abfahrt, aber man kann immer noch nicht alle Kurven auf Zug fahren", sagte er. Und Mit-Favorit Marco Büchel aus Liechtenstein hatte gemeint: "Es hat immer noch 70 Kurven, von denen 35 Schlüsselstellen sind. Aber immerhin hat die FIS unsere Anregungen erhört."
Bode Miller war in den ersten zwei Trainings durch das Fels-Labyrinth nicht auf den Geschmack gekommen, der US-Amerikaner freute sich umsomehr über den dritten Zeitlauf, den er gewann. "Ideal, dass es ein drittes Training gab. Es ist schwierig, bei meinem Schwungansatz hier zu fahren. Wenn du den Schwung einmal nicht richtig erwischt, bist du gleich 20, 30 Fuß von der Linie weg und kommst nicht mehr hin", sagte Miller, der zur umstrittenen Abfahrt meinte: "Es ist eine Abfahrt, weil sie es Abfahrt nennen."
Maier mit Missgeschick
Scheiber, der Freitag pausierte, aber interessierter Zuschauer im Zielraum war, hatte bei seinen Fahrten kein gutes Gefühl auf dem Hausberg von Val d'Isere, aber die Zeiten haben gepasst. "Ich kenne den Berg jetzt", sagte der 24-Jährige. "Es kostet schon eine Überwindung hier herunter, vor allem im unteren Teil, denn nach 1:40 Minuten bist du müde und dann sollst du aber unten auch noch auf Zug fahren", erklärte der Abfahrts-Zweite von Kitzbühel. Gruber probierte am Freitag einen neuen Ski und stellte die drittschnellste Zeit auf.
Maier sprach von einer "ansprechenden Trainingsfahrt", auf der er aufbauen könne. Trotz Missgeschick am Start - ein Stock war in einem Loch hängen geblieben, er fuhr ein paar Sekunden aufrecht, ehe er wieder richtig in der Schlaufe war - hatte er nur 1,02 Sekunden Rückstand. "Ich habe gesehen, das man gewisse Stellen mit mehr Risiko fahren kann, es war eigentlich ein super Training für diese Bedingungen. Mit einer guten skifahrerischen Leistung kann man hier viel rausholen. Mir gefällt die Abfahrt, je mehr es einen hin und her beutelt, umso mehr Spaß macht es", sagte der Salzburger. (apa/red)
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