Morgenstern schafft den achten Saisonsieg:
Weltcup-Dominator triumphiert in Sapporo
- ÖSV-Kollege Martin Koch landet auf dem dritten Platz
- Weltcup-Führung gegenüber Konkurrenten ausgebaut
Thomas Morgenstern scheint auf dem Weg zum Weltcup-Gesamtsieg nicht zu stoppen zu sein. Der 21-jährige Kärntner feierte in Sapporo bereits seinen achten Saisonsieg und führt die Wertung nach 17 von 27 Bewerben mit 510 Punkten Vorsprung an. Morgenstern setzte sich auf der WM-Schanze von 2007 dank Bestweiten von 125,5 bzw. 131,5 Meter mit 11,7 Punkten Vorsprung auf den Finnen Janne Happonen (120,5/130,0) und 12,3 auf seinen engeren Landsmann Martin Koch (123,5/127,5) durch, der seinen ersten Podestplatz der Saison erreichte.
Anders als in Harrachov, wo er nach klaren Bestweiten in sämtlichen Trainingssprüngen bei schlechten Bedingungen "nur" Rang fünf belegt hatte, münzte Morgenstern in Japan bei regulären Windverhältnissen seine Dominanz um, segelte zum ersten Sieg 2008 und dem insgesamt zehnten seiner Karriere. Der Polizeischüler vom SV Villach hat in diesem Winter dank insgesamt 14 Podestplätzen bereits 331.500 Schweizer Franken (206.000 Euro) brutto verdient, doppelt so viel wie der zweitplatzierte Janne Ahonen.
Der Tourneesieger aus Finnland fehlte in Sapporo wegen einer Erkrankung ebenso wie der pausierende Tiroler Gregor Schlierenzauer. Der 18-Jährige war am Samstag beim Snowboard-Event "Air and Style" am Innsbrucker Bergisel zu Gast.
Morgenstern war nach klarer Halbzeit-Führung vor seinem Finalsprung voller Selbstvertrauen. "In Sapporo von der Schanze auf die Lichter der großen Stadt zu schauen, mit der Gewissheit zu gewinnen, ist ein unbeschreiblich gutes Gefühl! Ich bin bereit für die zweite Saisonhälfte. Das Gefühl für den Sprung ist da, ich spüre meine Bewegung präzise, es passt", resümierte der WM-Fünfte und Team-Weltmeister von Sapporo 2007.
Nachdem er in diesem Winter mit Siegen in den ersten sechs Bewerben schon einen "Startrekord" fixiert hatte, nimmt Morgenstern nun weitere Bestmarken ins Visier. Janne Ahonen hatte in der Saison 2004/05 zwölf Siege gefeiert, Martin Schmitt hatte 1999/2000 insgesamt 1.833 Punkte erreicht. Doppel-Olympiasieger Morgenstern hielt am Samstag bei acht bzw. 1.355 und zehn Bewerbe standen noch auf dem Programm.
Koch mit Saisonbestleistung
Der im Weltcup noch sieglose Koch war in Sapporo schon vor sechs Jahren als Zweiter auf dem Podest gestanden, diesmal schaffte er sein bisher bestes Saisonresultat. Rechtzeitig vor der Skiflug-WM in Oberstdorf (22.-24.2.) ist der Spezialist für die größten Schanzen wieder in Topform. "Ich bin super zufrieden und glücklich über diesen Wettkampf. Das Training war schon positiv, die Quali habe ich gewonnen, jetzt am Stockerl, so passt es", freute sich der 26-jährige Team-Olympiasieger.
Koch musste nach Halbzeitrang zwei dem Finnen Happonen um sechs Zehntelpunkte den Vortritt lassen, sorgte aber dennoch für ein erfolgreiches Debüt von Cotrainer Marc Nölke, der in Abwesenheit von Alexander Pointner der verantwortliche ÖSV-Coach in Sapporo ist. "Jetzt hätten wir ein Kärntner Derby machen können", meinte Morgenstern unmittelbar nach seinem Sprung zu seinem Villacher Klubkollegen.
Wolfgang Loitzl, dem es schwer gefallen war, die richtige Materialabstimmung zu finden, verbesserte sich im Finale mit einem 126-m-Sprung von Rang 14 auf sieben, Andreas Kofler segelte von Platz 19 auf 12.
Koch (0-0-1) lachte als bereits fünfter Österreicher in dieser Saison von einem Siegerfoto - neben "Dauergast" Morgenstern (8-3-3) standen auch schon der zweifache Sieger Gregor Schlierenzauer (2-4-1), Andreas Kofler (0-2-0) und Wolfgang Loitzl (0--0-2) auf dem "Stockerl".
| Ergebnisse: | |||
| 1. | Thomas Morgenstern | AUT | 261,6 (125,5/131,5) |
| 2. | Janne Happonen | FIN | 249,9 (120,5/130,0) |
| 3. | Martin Koch | AUT | 249,3 (123,5/127,5) |
| 4. | Anders Jacobsen | NOR | 242,9 (118,5/129,5) |
| 5. | Tom Hilde | NOR | 238,5 (119,5/125,5) |
| 6. | Harri Olli | FIN | 236,0 (119,0/126,0) |
| 7. | Wolfgang Loitzl | AUT | 233,1 (116,0/126,0) |
| 8. | Taku Takeuchi | JPN | 231,5 (120,5/122,0) |
| 9. | Andreas Küttel | SUI | 230,8 (117,0/124,0) |
| 10. | Anders Bardal | NOR | 229,4 (117,0/123,5) |
| 11. | Simon Ammann | SUI | 227,1 (115,5/124,0) |
| 12. | Andreas Kofler | AUT | 226,1 (115,5/124,0) |
| 13. | Denis Kornilow | RUS | 223,8 (116,5/122,0) |
| 14. | Robert Kranjec | SLO | 220,6 (118,5/118,5) |
| 15. | Björn Einar Romören | NOR | 219,0 (116,5/121,0) |
| 16. | Daiki Ito | JPN | 217,4 (116,0/119,5) |
| 17. | Michael Neumayer | GER | 216,9 (117,0/118,5) |
| 18. | Dmitrij Wassilijew | RUS | 214,7 (111,5/122,5) |
| 19. | Bastian Kaltenböck | AUT | 214,2 (113,5/123,0) |
| 20. | Shohhei Tochimoto | JPN | 212,4 (118,5/114,5) |
| 21. | Roar Ljökelsöy | NOR | 209,6 (120,0/112,0) |
| 22. | Martin Schmitt | GER | 209,2 (111,0/120,5) |
| 23. | Fumihisa Yumoto | JPN | 207,9 (114,5/116,0) |
| 24. | Arthur Pauli | AUT | 202,9 (115,5/112,5) |
| 25. | Noriaki Kasai | JPN | 201,5 (112,5/115,0) |
| 26. | Primoz Peterka | SLO | 200,9 (112,0/116,0) |
| 27. | Vincent Descombes Sevoie | FRA | 197,1 (113,5/113,5) |
| 28. | Takanobu Okabe | JPN | 192,3 (110,0/113,5) |
| 29. | Stefan Hula | POL | 188,7 (114,5/109,5) |
| 30. | Choi Heung-Chul | KOR | 186,4 (113,5/107,0) |
nicht für das Finale qualifiziert u.a.:
31. Manuel Fettner (AUT) 91,2 (109,0)
(apa/red)

