Freitag, 1. Februar 2008

"Kosovo kennt bereits Datum": Anzeichen für nahende Unabhängigkeit der Provinz

  • Botschafter beraten über Entsendung der EU-Mission
  • KFOR will 550 Soldaten in Norden der Provinz schicken

Zwei Tage vor der serbischen Präsidentenwahl mehren sich die Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Unabhängigkeit der südserbischen Provinz Kosovo. Die EU-Botschafter kamen zusammen, um über die Entsendung einer EU-Mission zu beraten. Kosovo-Premier Thaci sagte, der Termin für die Ausrufung der Unabhängigkeit werde demnächst bekanntgegeben.

Es werde keine Hinauszögerung der Erklärung geben. "Der Kosovo kennt bereits das Datum", erklärte Thaci laut der Presseagentur Kosovapress. Der deutsche Außenminister Steinmeier hat indessen mitgeteilt, dass die EU das Umlaufverfahren für die Entsendung einer Krisenmission in den Kosovo eingeleitet hat.

Sondersitzung der EU-Botschafter
Vielmehr hieß es, die EU-Botschafter sollten zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um über die geplante Stabilisierungsmission der EU im Kosovo zu beraten. Die Botschafter sollen eine Einigung über die rechtlichen Grundlagen für die zivile EU-Krisenmission mit 1.800 Polizisten und Rechtsexperten finden, verlautete aus diplomatischen Kreisen in Brüssel. Der endgültige Beschluss könne durch EU-Außenminister, einen anderen Ministerrat oder im schriftlichen Umlaufverfahren getroffen werden.

Die UNO-Polizei hat indes 40 zusätzliche Polizisten im mehrheitlich von Serben bewohnten Norden des Kosovo stationiert. Zuvor hatte die internationale Schutztruppe KFOR angekündigt, 550 Soldaten in den Nordteil der Provinz verlegen zu wollen. Politische Beobachter rechnen damit, dass die serbische Bevölkerung des Nordkosovo unmittelbar nach der Unabhängigkeitserklärung den Anschluss der Region an Serbien verkünden wird.

(apa/red)

1.2.2008 17:47