Gasmann Medwedew als neuer Kreml-Boss:
Putin "verteilt" Macht um Macht zu erhalten
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Machtwechsel in Moskau
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Ein ausgeklügelter Coup: Noch-Präsident Putin ebnet den Weg für seinen Amtserben. Der ausgewählte Schützling ist kein geringerer als Gazprom-Boss Medwedew. - Und wofür die ganze Liebesmüh? Putin "verteilt" Macht um seine Macht zu erhalten. - Und auch in Österreich werden die politischen Machenschaften in Moskau mit Spannung verfolgt. Denn für die Austro-Wirtschaft "weht lukrativ-frischer Wind aus dem Osten".
Der dezente St. Petersburger Jurist hat sein Image flink und geschickt inszeniert. Immerhin arrangierte die anstehende Rochade ein Meister der Macht. Medwedews Inthronisierung als neuer Mann an der Spitze im Kreml folgt einem akribisch vorbereiteten Skript. Dramaturg und Drehbuchautor ist Wladimir Putin, der mit dem 43-jährigen Präsidentschaftskandidaten vor allem eines sicherstellen will: dass er seine Macht nicht verlieren wird. So passt es wie die Faust aufs Auge, dass Hardrock-Fan Medwedew sich in die Rolle einer Marionette zu fügen scheint.
Von Putins Gnaden
Ohne jede Verankerung in Geheimdienst und harten Machtzirkeln wurde er 2005 von Putins Gnaden als stellvertretender Ministerpräsident installiert, zuvor verdingte er sich als Stabschef im Präsidentenamt. Seine erste politische Ansage als Kandidat lautete: Wladimir Putin, Ex-agent und Judokämpfer, sei ein idealer Kandidat für die Rolle des Regierungschefs. Kein Wunder, dass dieser den ehemaligen Rechtsprofessor und Yogajünger Medwedew für den idealen Präsidenten hält.
Neues Gesicht Russlands
Mehr als achtzig Prozent der Russen sagen, sie würden Medwedew unterstützen, und selbst im kritischen Ausland keimt zaghafter Optimismus. "Ich glaube, dass sich nach dem Wechsel im Präsidentenamt in Moskau die Beziehungen zur EU mildern werden. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Medwedew einen liberaleren Kurs einschlagen wird", sagt Russland-Experte Peter Havlik vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche. Dass Medwedew doch in der Lage sein könnte, einen eigenständigen Kurs zu verfolgen, zeigte sein Kommentar zur Zerschlagung des Ölkonzerns Yukos, die er als Einziger im Kreml kritisiert hatte.
Mit Vollgas in den Kreml
Tatsächlich könnte in Wirtschaftsfragen ein frischer Wind aus dem Osten aufkommen. Seit 2002 ist Medwedew Aufsichtsratsvorsitzender von Gazprom, dem gigantischen Staatskonzern, der ein Viertel des westeuropäischen Gasbedarfs deckt und ein illustres Konsortium an Unternehmen bis hin in die Medienbranche unterhält. Für Österreich ist die Rochade an der Kreml-Spitze von größter Bedeutung. Denn nebst den massiv florierenden Wirtschaftsbeziehungen mausert sich Österreich zum Brückenkopf russischer Gasgeschäfte.
Lesen sie die ganze Story über Russlands möglichen neuen Mann an der Spitze im NEWS 05/08
