Um der Gewalt in Kenia Ende zu bereiten:
UNO-Generalsekretär Ban will vermitteln
- Mahnende Worte: "Die Zukunft liegt in Ihren Händen"
- In Kenia muss dringend Lösung gefunden werden

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Konfliktparteien in Kenia aufgerufen, dem Chaos und der Gewalt ein Ende zu setzen. "Die Zukunft liegt in Ihren Händen", sagte Ban nach Vermittlungsgesprächen in dem von blutigen Unruhen erschütterten Land. Gut einen Monat nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mwai Kibaki und schweren Kämpfen mit mehr als 800 Toten müsse eine Lösung gefunden werden, forderte Ban.
Unterdessen meldeten Hilfsorganisationen neue Behinderungen. Inzwischen müssten etwa 300.000 Vertriebene an rund 300 Orten mit Hilfsgütern versorgt werden. Viele seien weiter auf der Flucht und schwer erreichbar, berichtete das Kenianische Rote Kreuz.
Nach Angaben der Konfliktparteien kommen die Gespräche voran. Sie hofften auf eine rasche politische Lösung, hieß es. "Als Kenianer sind wir verpflichtet, eine dauerhafte Lösung zu finden", sagte Justizministerin Martha Karua vom Regierungsteam.
Nachbarn gegen Nachbarn
Experten befürchten allerdings, dass die Welle der Gewalt auch mit einer politischen Lösung nicht sofort gestoppt werden kann. Inzwischen kämpften Nachbarn geben Nachbarn, die stärkste Wirtschaftsmacht im Osten Afrikas sei praktisch gelähmt. Die Opposition wirft Kibaki Wahlfälschung vor. Nach Veröffentlichung der Wahlergebnisse war es zu massiven Ausschreitungen gekommen.
Odinga schilderte bei einem Treffen mit Ban, viele Kenianer müssten jede Nacht fürchten, attackiert oder gar ermordet zu werden. Seine Orange Demokratiebewegung (ODM) habe einen Brief von der US- Botschaft in Nairobi erhalten, in dem die Mithilfe des FBI zur Aufklärung der jüngsten Politikermorde angeboten wird. In Kenia sind binnen weniger Tage zwei Oppositionspolitiker getötet worden.
Vermittler in Nairobi
Der prominente südafrikanische Geschäftsmann und international erfahrene Krisenmanager Cyril Ramaphosa wurde in Nairobi erwartet. Er soll auf Bitten des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan die Vermittlungsbemühungen unterstützen. Annan leitet in Kenia die Gespräche zwischen Kibaki und Odinga. Der ehemalige Gewerkschaftsführer Ramaphosa hatte Anfang der 90er Jahre dazu beigetragen, dass die Ära der Rassentrennung in Südafrika beendet wurde. Auch im Nordirland-Konflikt war er als Vermittler aktiv.
Zuvor hatte Ban in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba am Rande des Gipfels der Afrikanischen Union (AU) mit mehr als 40 führenden Politikern des Kontinents über die Krise in Kenia gesprochen.
(apa/red)
