Iraks Massenvernichtungswaffen nur Finte: Nachbar Iran sollte abgeschreckt werden
- Saddam Hussein wurde von US-Invasion überrascht
- Waffen in den Neunziger Jahren von UNO zerstört
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Der frühere irakische Präsident Saddam Hussein soll im FBI-Verhör erklärt haben, er habe den Besitz von Massenvernichtungswaffen als Schutz vor dem Iran nur vorgetäuscht. Dies sagte FBI-Agent George Piro, der den gestürzten und hingerichteten Präsidenten nach dessen Festnahme Ende 2003 fast sieben Monate lang befragt hatte, dem amerikanischen Fernsehsender CBS.
In den Verhören äußerte Saddam Hussein, dass er den Iran einschüchtern und das Nachbarland von einer Invasion des Iraks abhalten wollte. Irak und Iran hatten in den 1980ern acht Jahre lang gegeneinander Krieg geführt. Die US-Regierung hatte ihren Einmarsch im Irak vor rund fünf Jahren unter anderem damit begründet, der Irak besitze Massenvernichtungswaffen.
Von Invasion überrascht
Nach den CBS-Angaben auf der Internetseite des Senders sagte der gestürzte irakische Diktator dem FBI-Beamten, er habe "anfänglich" nicht damit gerechnet, dass die USA den Irak besetzen. Piro sagte in der CBS-Sendung "60 Minutes", Saddam Hussein habe zugegeben, dass er in diesem Fall US-Präsident Bush und dessen Absichten falsch eingeschätzt habe. Er habe nur mit einer Strafaktion gerechnet - wie der im Jahr 1998, als die USA den Irak vier Tage lang bombardiert hatten.
Waffen zerstört
Saddam Hussein meinte außerdem im Gespräch mit Piro, dass die irakischen Massenvernichtungswaffen von den UNO-Inspektoren in den 1990er Jahren größtenteils zerstört worden seien, den Rest hätte der Irak selbst unbrauchbar gemacht. Jedoch habe Saddam eingestanden, dass der Irak unter seiner Herrschaft zu einem späteren Zeitpunkt gern wieder ein eigenes Potenzial von Massenvernichtungswaffen aufgebaut hätte.
Auch bezüglich der Angriffe gegen die kurdische Bevölkerung im Irak äußerte sich Saddam Hussein in den Verhören. Er habe selbst den Befehl gegeben, gegen die Kurden im Norden des Iraks chemischen Waffen einzusetzen. Saddam Hussein wurde wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit von einem Gericht verurteilt und Ende 2006 unter ungewöhnlichen Bedingungen hingerichtet.
(apa/red)
