Familienbund fordert Gratis-Kindergärten: Niederösterreich als bundesweites Vorbild
- Studie: Kosten und Flexibilität des Kinderbetreuungs- angebotes wirken sich auf Frauenerwerbsquote aus

Der Familienbund macht sich für Gratis-Kindergärten in ganz Österreich stark. Auf einer Pressekonferenz präsentierte der ÖVP-nahe Verband eine Studie zu familienpolitischen Maßnahmen im Bundesländervergleich.
Ein "eindeutiges Ranking" zur Familienfreundlichkeit will Studienautor Erich Brunmayr daraus zwar nicht ableiten. Grundsätzlich zeige sich aber: Länder mit günstigen und flexiblen Kinderbetreuungsangeboten haben auch höhere Frauenerwerbsquoten, wie die burgenländische LAbg. Andrea Gottweis betonte. Als Positivbeispiel nannten die Familienverbund-Vertreter mehrfach Niederösterreich.
Basierend auf Zahlen der Statistik Austria, Auskünften der Landesreferate und der letzten Volkszählung hat Brunmayr Vergleichsdaten zum Thema Kinderbetreuung zusammengetragen. Ziel sei dabei ein Vergleich der unterschiedlichen ideologischen Modelle gewesen. Vor direkten Bewertungen scheute sich der Meinungsforscher, "am Umfassendsten" sei das Angebot jedenfalls in Niederösterreich, betonte er. Aber auch Burgenland, Kärnten und Vorarlberg wurden lobend erwähnt.
Vorbild Niederösterreich
Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Niederösterreich ist das einzige Bundesland, in dem der Kindergarten für 3-6 jährige vormittags uneingeschränkt gebührenfrei ist. Kärnten will demnächst nachziehen. Die höchste Betreuungsquote in dieser Altersgruppe haben das Burgenland mit 102 Prozent (die Überschreitung der 100 Prozent erklärt sich laut Verband unter anderem durch doppelte Wohnsitzmeldungen, Anm.), gefolgt von Niederösterreich mit 93 Prozent und Oberösterreich mit 87 Prozent.
Schlecht schneidet Niederösterreich hingegen bei den Kinderbetreuungseinrichtungen für Unterdreijährige ab. Nur 806 Kinder sind in Kinderkrippen untergebracht. Zum Vergleich: In Wien sind es rund 7.600 Kleinkinder. Dafür gibt es in Niederösterreich mit Abstand die meisten Tagesmütter: Rund 1.500 sind im Einsatz. In der Bundeshauptstadt liegt diese Zahl nur bei 322. Fakt ist weiters, dass Niederösterreich mit insgesamt 75,1 Prozent 2006 die höchste Frauenerwerbsquote in Österreich aufwies, gefolgt von Salzburg (71,7 Prozent), Oberösterreich (71,3 Prozent) und Burgenland (71, 2 Prozent). In Wien liegt diese Zahl nur bei 67,6 Prozent, was allerdings auch am hohen Migrantenanteil liegen könnte, wie Brunmayr auf Nachfrage einräumte.
Neben der Forderung nach Gratis-Kindergärten pochten die Familienverband-Vertreter auch auf "flexible Angebote". So sollte Eltern je nach Bedarf Kinderbetreuung tageweise bzw. stundeweise in Anspruch nehmen können und auch nur für diese Leistung zahlen müssen. (APA/red)
