Bünker spricht sich für Bleiberecht aus:
Sollte keine Gnade, sondern ein Recht sein
- Teuerungswelle: Bischof pocht auf Grundsicherung
- Entschuldigung für Anti-Islam-Wahlkampf gefordert

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Gegenüber 2006 ein
Minus von zwölf Prozent
Der neue evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker sprach sich in der Fernseh-Pressestunde für ein Bleiberecht für gut integrierte Asylwerber aus und sagte, er hielte eine Entschuldigung für islamfeindliche Aussagen im Grazer Wahlkampf für angemessen. "Selbstverständlich" sollte es ein Bleiberecht für Arigona Zogaj geben sowie für alle Asylwerber, die unverschuldet lange - etwa über fünf Jahre - auf ihren Entscheid gewartet haben und gut integriert sind, sagte Bünker. Das sollte keine "Gnade" sein, sondern ein Recht.
Den im Auftrag von Innenminister Platter erstellten Integrationsbericht begrüßte Bünker. Er würde sich aber mehr positive Maßnahmen wünschen - etwa eine Positiv-Kampagne für Integration oder die Übernahme der Sprachkurs-Kosten durch den Staat ("positive Anreizsysteme statt einem negativen Sanktionsssystem").
Den Bau von Moscheen in Österreich hält Bünker für richtig. Dies sei Teil der Religionsfreiheit - und die evangelische Kirche habe lange, bis 1861, darunter gelitten, keine Kirchtürme bauen zu dürfen. In Sachen Teuerung und Armut würde sich Bünker wünschen, dass die von der Regierung zugesagte Grundsicherung "so rasch als möglich umgesetzt" wird. Er verwies auch darauf, dass die Kluft zwischen Arm und Reich in Österreich wachse.
Auch religiöse Themen wurden in der "Pressestunde" angesprochen. Hier zeigte sich Bünker überzeugt, dass es unter Papst Benedikt XVI. keinen Fortschritt in der Beziehung zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche kommen werde; die Ökumene stecke - auch wegen der Frage des Papst-Amtes - in einer "Verlangsamungsphase".
Bünker pochte ferner angesichts der Teuerungswelle auf die Einführung der bedarfsorientierten Grundsicherung. Maßnahmen wie die von Sozialminister Buchinger vorgeschlagene Einmalzahlung könne man "nicht ganz zu Unrecht als Almosen bezeichnen", sagte er am Sonntag in der Fernseh-"Pressestunde". (apa/red)
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