Montag, 28. Jänner 2008

Zwischen Grundfreiheiten und Sicherheit: Mehr Sensibilisierung für den Datenschutz!

  • Stärkeres Bewusstsein bei jungen Menschen schaffen
  • Katschy fordert Datenschutz als Pflichtfach an Uni

Neue Forderungen an das Bildungssystem sind am Europäischen Datenschutztag von Experten gekommen. Waltraud Kotschy, geschäftsführendes Mitglied der Datenschutzkommission, forderte bei einer Pressekonferenz, junge Menschen in Schulen und Universitäten in diesem Bereich zu sensibilisieren.

Noch immer habe der Themenbereich Internet einen viel zu geringen Stellenwert in der Ausbildung, so Kotschy. Kotschy appellierte an Erziehung, Schulen und Universitäten, vermehrt Bewusstsein zu schaffen, was die Verwendung und Weitergabe von Daten betrifft. "Vielleicht müssen wir in diesem Bereich auch in der Ausbildung ein Schäuflein zulegen." So ist es für sie unverständlich, warum der Datenschutz noch immer kein Pflichtfach bei rechtswissenschaftlichen Studien sei. Und auch in kleinen Betrieben sei dieser Bereich noch nicht jenes Thema, das es sein sollte. Im selben Atemzug forderte sie auch mehr Personal für ihre Einrichtung.

Behörden leisten gute Arbeit
Zufrieden zeigten sich die Datenschützer mit den Behörden und deren Umgang mit diesem Thema. "Es ist so, dass die Verwaltung uns sogar schon kontaktiert", so Harald Wögerbauer, Vorsitzender des Datenschutzrates. Als positives Beispiel nannte er die Zusammenarbeit beim elektronischen Gesundheitsakt (ELGA). So sei das Gesundheitsministerium bereits vor zwei Jahren an die Experten herangetreten - hier gehe es auch um hohe Investitionen. Für Wögerbauer ist es etwas ganz Neues, bei einem Projekt mitbegleitend dabei zu sein. Auch das Innenministerium agiere hier vorbildlich: Dieses sei sich der Problematik "natürlich" voll bewusst, so Kotschy.

Daten auf Vorrat?
Zuvor hatte anlässlich des Europäischen Datenschutztages eine Podiumsdiskussion im Bundeskanzleramt stattgefunden. Thema: "Datenschutz im Spannungsfeld zwischen Grundfreiheiten und Sicherheit." Als aktuelle Themen wurden das neue Sicherheitspolizeigesetz und die umstrittene Vorratsdatenspeicherung diskutiert. Bei Letzterer kann sich Kotschy sogar eine eventuelle Speicherdauer von zwei bis drei Monaten, sogar von einem Jahr, vorstellen. Mehr als ein Jahr macht für die Expertin allerdings keinen Sinn. (apa/red)

28.1.2008 13:59