Klimaschutz trifft auch Autofahrer: Höhere Mineralölsteuer und strengere Tempolimits?
- Klimaexperte: Österreich muss beim Verkehr handeln
- Verkehrsclub: Industrie hat Hausaufgaben gemacht
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Damit Österreich das beschlossene EU-Klimapaket erfüllen kann, muss es vor allem beim Verkehr handeln. Denn nur dort seien rasche Verbesserungen möglich, während dies im Gebäudebereich nur langfristig machbar wäre, so Klimaforscher Stefan Schleicher im Radio. Vor allem ginge es darum, den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren, etwa durch den Ausbau der Öffis und dem vermehrten Umstieg aufs Rad. Weiters soll auch die Mineralölsteuer zumindest auf das Niveau von Deutschland und Italien angehoben werden. Zusätzlich seien noch strengere Tempolimits sinnvoll.
Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) rechnete vor, dass die heimische Industrie in den vergangenen Jahren deutlich mehr zum Klimaschutz beigetragen habe als der Verkehr. "Die Emissionen des Verkehrs waren im Jahr 2006 um 83 Prozent höher als im Jahr 1990, die Emissionen der Industrie um lediglich 14,3 Prozent", so der Club. Er betonte, dass dabei Klimaschutzmaßnahmen beim Verkehr deutlich günstiger und wirtschaftlicher wären.
Mehr radfahren, weniger Gas geben
Alleine das Erreichen des Regierungsziels, den Radverkehr bis 2015 zu verdoppeln, würde die Treibhausgas-Emissionen um 300.000 Tonnen pro Jahr verringern. Niedrigere Tempolimits brächten eine Einsparung von weiteren 500.000 Tonnen pro Jahr. Mit einer Bahnoffensive nach Schweizer Vorbild sei eine Verringerung von einer Million Tonne CO2 möglich. Und wenn Österreich Diesel gleich hoch besteuert wie Benzin werde der Tanktourismus durch Transit-Lkw deutlich zurückgehen. Allein dadurch sei ein Minus von drei bis vier Millionen Tonnen CO2 möglich", hieß es.
(apa/red)
