'Verlässliche Prognose' für vergessliche Krankheit: Früh-Erkennung von Alzheimer
- Dank früher Diagnose soll sich Behandlung bessern
- Zuviel Protein p-tau 231 lässt auf Alzheimer schließen

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Das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit lässt sich mit einer neuen Früherkennung künftig vielleicht verlangsamen. Ein Team der Universitätsklinik München unter Leitung von Professor Harald Hampel habe "ein Protein im Nervenwasser identifiziert, das eine verlässliche Prognose erlaubt", teilte die Uniklinik mit. Jedes Jahr erkrankten bis zu 15 Prozent der Menschen mit Gedächtnislücken und leichten kognitiven Störungen an Alzheimer.
Bei den Betroffenen sei schon früh ein bestimmtes Eiweiß in erhöhter Konzentration im Nervenwasser zu finden: das Protein p-tau 231. Es stehe "mit dem Verlust von Nervenzellen bei der Alzheimer-Demenz in Verbindung", erklärte Hampels Mitarbeiter Michael Ewers. Die Ärzte entnahmen 88 Patienten mit leichten kognitiven Störungen Nervenwasser aus dem Wirbelkanal und verfolgten ihr Schicksal mit wiederholten Hirnleistungstests eineinhalb Jahre lang. Ergebnis: Oberhalb eines bestimmten Schwellenwertes von p-tau 231 entwickeln die Patienten mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Alzheimersche Demenz.
Krankheitsbild verzögern
Die neue Möglichkeit zur Prognose könne "faszinierende Perspektiven eröffnen, um den Verlauf der Alzheimer Erkrankung und den Verfall des Gedächtnisses zumindest zu verlangsamen", erklärte die Uniklinik. Gegenwärtig entwickle die Forschung weltweit neue Therapien gegen Alzheimer, von Impfungen über Medikamente bis zu Bewegungstherapien. Sollten sie sich bewähren, sei es sinnvoll, sie so früh wie möglich einzusetzen, um das Fortschreiten des Leidens zu verzögern.
Therapie in Anfangsphase
Allerdings dauere es noch mindestens zehn Jahre, bis die neuen Therapien getestet sein werden, erklärten die Forscher. Alzheimer-Demenz führt zum Verlust des Gedächtnisses und später der kompletten Identität eines Menschen. (APA/red)
