Japanische Ouvertüre bei Bösendorfer:
So will Yamaha den Turnaround managen
- In drei Jahren soll Klavierfabrik Gewinne schreiben
- FORMAT: Bösendorfer unter japanischer Herrschaft
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seit den Anfängen 1887

Am 22. Jänner fand das Finale Grande beim Verkauf der renommierten Klaviermanufaktur ("Closing") Bösendorfer statt und damit der lang ersehnte Eigentumsübergang von der Bawag PSK zur Yamaha Group. Aus Anlass der japanischen Ouvertüre sprach FORMAT exklusiv mit dem Chef der Piano Division, Takashi Onoda, seinem Verkaufsleiter Hitoshi Fukutome und deren Österreich-Statthalter Sakai. Erstmals schildert das öffentlichkeitsscheue Yamaha-Trio seine Pläne für die im Jahr 1828 von Ignaz Bösendorfer gegründete Klavierfabrik - eine der ältesten der Welt.
"Er ist ein exzellenter Pianist", sagt Onoda in Richtung Sakai, der etwas verlegen lächelt. "Doch das war nicht der Hauptgrund, ihn nach Wien zu schicken." Yoshichika "Mike" Sakai sei ein erfahrener Verkaufsleiter, der in seinen 30 Jahren bei Yamaha - zuletzt als Managing Director in England - bewiesen habe, wie man Musikprodukte erfolgreich vermarktet. "Das braucht Bösendorfer dringend", ergänzt Fukutome. Zumal die Verkaufszahlen fürchterlich aussehen: Im Vorjahr setzte der Wiener Pianoproduzent rund 13 Millionen Euro um und verbuchte 2,1 Millionen Euro Verlust - ähnlich wie in den Jahren davor. Dem jahrelangen Kamikazeflug der Flügelbauer wollen die Japaner nun ein Ende setzen. Innerhalb von drei Jahren ist der Turnaround geplant. Fukutome: "Bis dahin wollen wir breakeven sein."
Ein personeller Kahlschlag soll den Weg dorthin aber nicht begleiten, wie Sakai betont: "Bösendorfer hat sehr gute Mitarbeiter." Viele seien wegen der Turbulenzen auf Eigentümerebene schwer verunsichert worden. "Unsere Strategie zielt nicht auf Personalabbau ab, sondern auf Wachstum." In den nächsten Wochen wird Sakai eine Charmeoffensive bei den 180 Mitarbeitern in Österreich starten. Auch den rund 100 Vertriebspartnern weltweit wird er sein Konzept vorstellen.
Zur neuen Strategie gehört etwa die Eröffnung neuer Bösendorfer-Schauräume in japanischen Ballungszentren, wie etwa Tokio oder Osaka, sowie in den USA und Kanada. Mit speziellen Promotion-Aktionen für Konzert- und Opernhäuser sowie mit Künstlern und Musikuniversitäten soll das verstaubte Bösendorfer-Image aufpoliert werden.
Das Wachstumspotenzial ist längst nicht ausgeschöpft. "Die Produktion ist nicht ausgelastet", weiß Investmentbanker Karl Lankmayr, der Yamaha berät (siehe Kasten). Im Vorjahr wurden 330 Flügel und Pianinos ausgeliefert. Bis zu 600 Klaviere könnten gefertigt werden, wenn es gewünscht sei. Jährlich 500 Stück bis 2010, heißt es im Businessplan. Produziert wird seit 1972 in der Klavierfabrik in Wiener Neustadt. Daran soll sich nichts ändern. Wien wird Kompetenzzentrum für akustische Klaviere. Eine konsequente Zwei-Marken-Politik ("Yamaha", "Bösendorfer") soll zudem verhindern, dass die Austro-Brand kannibalisiert wird. Fukutome: "Bösendorfer wird unsere Premiummarke, mit der wir kaufkräftige Kunden erreichen wollen."
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