Spektakulärer Milliarden-Betrug: Lange Ermittlungen bei Societe Generale erwartet
- Bankchef Bouton bekräftigt These von Einzeltäter
- Aktionärs-Sammelklage gegen Bank eingegangen

·Milliarden-Betrug bei Societe Generale
Börsenhändler verzockt bei Bank 4,9 Mrd. Euro
·Europas Börsen mit massiven Verlusten
Schwarzer Montag: Panik-
Stimmung unter Anlegern
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Aber neue langfristige Investoren aus Singapur
Der beispiellose Betrugsverlust von fast fünf Mrd. Euro für die französische Großbank Societe Generale hätte noch weit größer ausfallen können: Der verantwortliche Makler setzte bei seinen Spekulationen mehr als 50 Mrd. Euro aufs Spiel, wie ein Berater von Staatspräsident Nicolas Sarkozy sagte. Der Betrag überstieg den Börsenwert der Traditionsbank um rund 15 Mrd. Euro.
Ein SG-Mitarbeiter bestätigte, das Volumen der Positionen habe sich auf "mehrere zehn Mrd. Euro" summiert. Sarkozy-Berater Raymond Soubie nannte im Sender LCI eine Zahl von mehr als 50 Milliarden, was fast dem gesamten Bruttoinlandsprodukt der Slowakei entspricht.
Als vergangene Woche der Börseneinbruch begann, flogen die verschleierten Positionen des Händlers Jerome Kerviel auf und mussten von der Societe Generale mit den immensen Verlusten von 4,9 Mrd. Euro geschlossen werden, bevor der Markt über den Schwindel informiert wurde. Die Pariser Staatsanwaltschaft nahm vorläufige Ermittlungen auf.
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Die Bank erstattete gegen Kerviel Anzeige wegen Fälschung von Bankunterlagen und deren Nutzung sowie wegen Manipulation des Computersystems.
Sammelklage
Zudem ging eine Sammelklage von Aktionären gegen die Bank ein. Die Anleger wollen wissen, wie der Betrug, der bereits im Februar 2007 begann, so lange unentdeckt bleiben konnte. Die Anwältin des Schwindlers erklärte am Freitag, Kerviel stehe den Justizbehörden zur Verfügung und sei nicht untergetaucht. Es war zunächst unklar, wann er verhört werden sollte.
Motive
Über seine Motive wurde weiter heftig spekuliert, da er sich laut SG-Chef Daniel Bouton nicht persönlich bereichert hat. Die Bank legte nahe, der diplomierte Finanzwissenschaftler habe womöglich aus reiner Böswilligkeit gehandelt. Drei Gewerkschafter erklärten, SG-Bankmanager hätten sie über "familiäre Probleme" Kerviels informiert.
Einzelbetrugs-These
Zahlreiche Börsianer bezweifelten aber angesichts des gewaltigen Investitionsbetrages, dass Kerviel völlig isoliert vorgegangen sein könnte. Zentralbankchef Christian Noyer stellte sich dagegen hinter die These des Einzelbetrugs. Das Ausmaß des Schadens sei Zufall gewesen, sagte Noyer am Freitag dem Radiosender RTL. Ohne den Börsencrash vom 21. Jänner wäre der Verlust weit geringer ausgefallen.
Öffentliche Entschuldigungen
Mit ganzseitigen Zeitungsanzeigen entschuldigte sich die Bankdirektion bei ihren Aktionären. "Ich verstehe ihre Enttäuschung und ihren Zorn", schrieb SG-Chef Bouton. "Mir ist bewusst, was der sinkende Börsenkurs für Sie bedeutet, ich bitte Sie, meine Entschuldigung und mein tiefes Bedauern anzunehmen."
(apa/red)

