Deutlich weniger Unfälle im Dienst: Zahl der Arbeitsunfälle ist drastisch abgesunken
- Besonders stark abgenommen haben die Wegunfälle
- Erstmals ist Krankenstandsdauer wieder angestiegen

·Grippewelle fesselt Tausende ans Bett
Weiterer Anstieg bei Zahl der Neuerkrankungen
·Studie: Jeder Vierte ist psychisch krank
Depression, Sucht & Panik am Häufigsten
Die Zahl der Arbeitsunfälle ist im vergangenen Jahr gegenüber 2006 deutlich zurückgegangen: von 182.271 auf 169.009. Das entspricht einem Minus von 7,3 Prozent, wie die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) nach einer ersten Auswertung der Schadenstatistik berichtete. Besonders stark abgenommen haben die Wegunfälle, von 15.659 im Jahr 2006 auf 13.442 (minus 14,2 Prozent). Angestiegen ist im letzten Jahr allerdings die Dauer der Krankenstände.
Aber auch Unfälle unmittelbar bei der Arbeit sind weniger geworden: von 166.612 (2006) auf 155.567 (2007), was einem Minus von 6,6 Prozent entspricht. Der Rückgang betrifft sowohl die erwerbstätigen als auch die in Ausbildung befindlichen Versicherten der AUVA. Bei den Erwerbstätigen sei er deshalb hervorzuheben, weil die Personenanzahl dieser Versichertengruppe gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent gestiegen ist, so die AUVA. Daraus ergibt sich eine Senkung der Unfallrate (Arbeitsunfälle pro 1.000 erwerbstätige Versicherte) von 36,9 auf 32,6.
"Etliche Bagatellunfälle"
Bei den vorliegenden Zahlen handelt es sich um die sogenannten anerkannte Arbeitsunfälle, deren Anzahl in den vergangenen Jahren nicht zuletzt aufgrund des Entgeltfortzahlungszuschusses ständig gestiegen ist. "Darunter befinden sich allerdings etliche Bagatellunfälle", wie es in einer Aussendung hieß. Wie viele Arbeitsunfälle aufgrund ihrer Schwere wirklich meldepflichtig sind, steht erst nach Abgleich der AUVA-Daten mit den jenen der Krankenversicherungen kurz vor Jahresmitte fest.
Eine Zunahme der Berufskrankheitsfälle (von 1.293 im Jahr 2006 auf 1.344 im Jahr 2007) um 3,9 Prozent führt AUVA-Obmann Helmut Klomfar vor allem auf die Fortsetzung der Kampagne zur Nachbetreuung von ehemaligen Versicherten zurück, die seinerzeit mit Asbest gearbeitet haben: "Wenn es sich um eine Berufskrankheit handelt, endet unsere Leistungspflicht nicht mit der Pensionierung eines Erwerbstätigen."
4,4 Millionen versichert
Bei der AUVA sind rund 4,4 Millionen Personen gesetzlich gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,2 Millionen Arbeiter, 1,5 Millionen Angestellte, 370.000 Selbstständige sowie 1,3 Millionen Schüler und Studenten. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben als soziale Unfallversicherung überwiegend aus Pflichtbeiträgen der Dienstgeber. Diese zahlen 1,4 Prozent der monatlichen Bruttolohnsumme jedes Dienstnehmers (bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 3.930,00 Euro) als Unfallversicherungsbeitrag ein.
Krankenstandsdauer steigt
Die Krankenstandsdauer pro Beschäftigtem dürfte 2007 nach Jahren des Rückgangs wieder gestiegen sein. Aus einer jüngsten Hochrechnung des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger geht hervor, dass nach dem Tiefstwert mit durchschnittlich 11,5 Krankenstandstagen pro Beschäftigtem aus dem Jahr 2006 im Vorjahr ein Anstieg auf 12,0 Tage verzeichnet wurde.
(apa/red)

