Europäer bezahlen immer mehr mit Visa:
Ausgaben sind gegenüber 2006 gestiegen
- Durchschnittlich 2.601 Euro geben wir bargeldlos aus
- Auch kleine Ausgaben werden oft mit Karte getätigt
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Die Europäer haben im Vorjahr 11,4 Prozent ihrer privaten Konsumausgaben mit den "Plastikgeld" des Kreditkarten-Unternehmens Visa Europe bezahlt. Insgesamt sind in Europa rund 348 Millionen Visa Zahlungskarten im Umlauf. Fast drei Viertel der Ausgaben von insgesamt 848 Mrd. Euro haben die Karteninhaber dabei mit der Debitkarte getätigt. Der Gesamtkartenumsatz im Handel und bei Bargeldabhebungen über Visa umfasste ein Volumen von 1,3 Billionen Euro.
Wie das Unternehmen bei einer Pressekonferenz in Wien mitteilte, geben Europäer im Jahr durchschnittlich 2.601 Euro "bargeldlos" aus. Die Ausgaben haben sich damit gegenüber 2006 um 3,4 Prozent erhöht. Der durchschnittliche Transaktionswert ist hingegen nur um 0,4 Prozent auf 58,3 Euro gewachsen, während die Anzahl der Transaktionen pro Karte mit 44,6 um 3 Prozent zulegte.
Krediatkartenausgaben steigen
Laut Visa Europe Vizepräsident Mark Antipof würden immer mehr kleinere Konsumausgaben mit Karten getätigt, was die gestiegenen Transaktionen - 14,5 Milliarden, 11,1 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor - erkläre. Die Ausgabe der Visa-Debitkarten VPay läuft in Österreich hingegen erst langsam an. Konkrete Zahlen über bisher ausgestellte Kartenmengen bzw. Kartenlesegeräte wurden nicht genannt.
Visa erzielt Umsatzplus
Das Kreditkarten-Unternehmen Visa Europe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007 (Ende September) Umsätze in Höhe von 583,3 Mio. Euro (+4,6 Prozent) erzielt. Der Vorsteuergewinn betrug 45,8 Mio. Euro, 7 Prozent mehr als noch 2006. Bei Bilanzschluss wies Visa Europe Kapital und Rücklagen in Höhe von 227,9 Mio. Euro auf (+28,6 Prozent).
Höhere Kartenpreise
Visa, das sich der Vision des bargeldlosen Zahlungsverkehrs verschrieben hat, sieht sich aber nicht so sehr von der Konkurrenz am Kartenmarkt gebremst: Eine mögliche Streichung der sogenannten Interchange-Gebühr von Seiten der EU könnte nicht nur die Geschäftsaussichten des Kartenfirma eintrüben, sondern auch das Wachstum am Kartenmarkt selbst verlangsamen, fürchtet Antipof. Höhere Kartenpreise seien die Folge.
Verstoß gegen EU-Recht
Die EU-Kommission hat Mitte Dezember 2007 erklärt, dass die Gebühr an sich nicht illegal ist. Sie steht aber nur im Einklang mit den EU-Wettbewerbsregeln, "wenn sie zu technischem und wirtschaftlichen Fortschritt beitrage und den Verbrauchern nütze". Ausgangslage waren jahrelange Ermittlungen gegen den Visa-Konkurrenten Mastercard. Die EU hat im Dezember entschieden, dass Abwicklungsgebühren, die letztlich der Einzelhändler bei jeder Kartenzahlung zu tragen hat, gegen EU-Recht verstoßen und abgeschafft werden müssen. Die Kommission setzte Mastercard eine Frist für die Änderung von sechs Monaten.
Verrechnungsgebühr
Visa hatte 2002 mit der EU-Kommission ausgehandelt, die Verrechnungsgebühr auf 0,7 Prozent zu begrenzen. Dieses Abkommen ist Ende 2007 ebenfalls ausgelaufen. Nun warte man ab, welche Schritte Mastercard setze, sagte Antipof, bevor mit der EU weiter verhandelt werde.
Warten auf Börsengang
Visa Europe gehört mehr als 4.600 Banken und anderen Institutionen in 34 Ländern. Während der US-Konzern Visa Inc als weltgrößtes Kreditkarten-Unternehmen von der US-Börsenaufsicht SEC "grünes Licht" für den IPO erhalten hat, bleibt Visa Europe weiter im Besitz der Mitgliedsbanken. Seit Oktober 2007 agiert das Unternehmen unabhängig von der neu geschaffenen Aktiengesellschaft Visa Inc. Der kleinere Visa-Konkurrent MasterCard war bereits im Mai 2006 an die Börse gegangen und hatte dabei ein fulminantes Debüt hingelegt.
(apa/red)

