Der Teamkader für das Deutschland-Spiel:
Linz, Pogatetz und Prager sind wieder dabei
- Teamchef setzt im Bruder-Duell auf bekannte Namen
- AEK-Athen-Goalie Macho diesmal nicht nominiert

Im Rahmen des ersten Testspiels im Europameisterschafts-Jahr 2008 kehren wie erwartet drei alte Bekannte ins österreichische Fußball-Nationalteam zurück. Emanuel Pogatetz scheint ebenso im Kader für das Deutschland-Match am 6. Februar im Wiener Happel-Stadion auf wie Roland Linz und Thomas Prager.
Middlesbrough-Legionär Pogatetz hat sich nach seiner heftigen Kritik mit Teamchef Josef Hickersberger schon seit längerem ausgesprochen und außerdem in den jüngsten beiden Partien gegen England und Tunesien seine Sperre abgesessen, wodurch er erstmals seit September 2006 wieder im ÖFB-Aufgebot steht. Braga-Stürmer Linz und Heerenveen-Mittelfeldspieler Prager rücken erstmals seit dem vergangenen September wieder ins Teamcamp ein.
Hickersberger versuchte in den vergangenen Tagen vergeblich, Pogatetz telefonisch zu erreichen, ein längeres Gespräch mit dem Verteidiger will der 59-Jährige während der Vorbereitung auf das Match führen. Weit größerer Bedeutung kommt laut "Hicke" aber ohnehin der Aussprache zwischen dem England-Legionär und einigen Teamspielern zu.
Aussprachen mit Pogatetz stehen an
"Bei ihm geht es jetzt in erster Linie darum, ihn in die Mannschaft zu integrieren und darum, ob er in gruppendynamischer Hinsicht ein Gewinn für die Mannschaft ist", erklärte der Teamchef. Er wolle, dass Pogatetz "mit den Schlüsselspielern der Nationalmannschaft Kontakt aufnimmt und Rede und Antwort steht. Bei mir braucht er sich nicht zu entschuldigen, was mich interessiert ist, dass er sich wieder in die Mannschaft einfügt".
Unterredungen müsse es vor allem mit Kickern wie Martin Stranzl oder Andreas Ivanschitz geben. "Mit den ehemaligen GAK-Spielern muss er nicht sprechen, die waren ohnehin immer auf seiner Seite", erklärte Hickersberger.
So wie mit Pogatetz konnte der Teamchef auch mit Linz bisher kein Gespräch führen, obwohl er dem Goalgetter auf die Mobilbox gesprochen hatte. "Aber es ist noch genug Zeit, in der Vorbereitung mit ihm und Pogatetz zu reden." Sowohl Linz als auch Prager waren nach dem "Turnier der Kontinente" vor allem aufgrund mangelnder Einstellung nicht mehr berücksichtigt worden. Während Linz sich seinen Teamplatz mit einigen Toren in Portugal wieder erkämpfte, schaffte Prager dank zuletzt regelmäßiger Einsätze in den Niederlanden den Weg zurück.
Legionäre gegen Deutschland wichtig
Gerade die Legionäre werden im Kampf um ein ehrenvolles Abschneiden gegen den Rekord-Europameister eine entscheidende Rolle spielen. Während die im Ausland beschäftigten Kicker voll im Spielrhythmus stehen, beginnt die österreichische Bundesliga erst am 15. Februar und damit zwei Wochen später als die deutsche Punktejagd. "Wichtig wird sein, dass wir gegen Deutschland viele Spieler haben, die Meisterschafts-Rhythmus haben", betonte Hickersberger.
Aufgrund der Terminansetzung und der damit verbundenen unterschiedlichen körperlichen Verfassung der Teamspieler beider Länder bezeichnete der Coach die Partie als "Hochrisiko-Spiel. Es wird leichter, ein gutes Resultat als ein gutes Spiel zu machen". Eine Absage des Prestigeduells aus diesen Gründen stand für Hickersberger allerdings nie zur Debatte, was, wie der Niederösterreicher zugab, auch wirtschaftliche Gründe hat - immerhin dürfte das Happel-Stadion fast voll sein.
Hickersberger vor 50. Länderspiel
Trotz der ungünstigen Ausgangsposition freut sich Hickersberger auf sein insgesamt 50. Länderspiel als Teamchef, sein erstes gegen Deutschland. "Dieses Match hat einen emotional hohen Stellenwert, weil ich meine schönsten Jahre in Deutschland verbracht habe", sagte der frühere Rapid-Meistermacher, der sowohl als Spieler als auch als Trainer in der deutschen Bundesliga aktiv gewesen war.
Die Deutschen hatten laut Hickersberger vor einigen Jahren zwar noch mit gröberen Problemen zu kämpfen, "in den vergangenen zwei Jahren haben sie aber wieder den Anschluss an die absolute Weltspitze gefunden und zählen zu den EM-Mitfavoriten". (apa/red)
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