Nadal erstmals im Melbourne-Halbfinale:
Sandspezialist lässt Nieminen keine Chance
- Nach 7:5,6:3,6:1-Erfolg weiter ohne Punkteverlust
- Halbfinalgegner ist Überraschungsmann Tsonga

Rafael Nadal steht im Halbfinale der Australian Open in Melbourne. Der als Nummer zwei gereihte Spanier fixierte sein bisher bestes Melbourne-Abschneiden mit einem überzeugenden 7:5,6:3,6:1-Erfolg gegen den Finnen Jarkko Nieminen (Nr. 24). Noch nie zuvor war der Iberer bei einem Hartplatz-Grand-Slam in die Vorschlussrunde eingezogen.
Nun geht es für ihn gegen den ungesetzten Franzosen Jo-Wilfried Tsonga um sein siebentes Major-Finale.
"Wenn ich auch noch das Finale erreichen sollte", erklärte Nadal nach der 2:19-Stunden-Partie, "wird es für mich wie ein Traum sein." Der 21-Jährige gab im Turnierverlauf noch keinen Satz ab, hatte allerdings in Satz eins wie schon zweimal in der vergangenen Woche Satzbälle abzuwehren. Nieminen trauerte der vergebenen Chancen nach: "Es ist gegen jeden hart, zurückzukommen. Aber gegen ihn musst du dafür noch mehr harte Bälle schlagen."
Ungesetzter Tsonga Überraschungsmann
Nadals Halbfinal-Gegner ist überraschend Jo-Wilfried Tsonga. Der ungesetzte Franzose schaltete mit dem Russen Michail Juschnij (Nr. 14) nach dem Schotten Andy Murray (9) und dem Franzosen Richard Gasquet (8) bereits den dritten Gesetzten im Turnierverlauf aus. Mit 7:5,6:0,7:6(6) ließ er seinem Gegner im Viertelfinale nicht einmal einen Satzgewinn, obwohl dieser alle seine vorherigen neun Partien im Turnierjahr 2008 gewonnen hatte.
Tsonga erreichte sein erstes Grand-Slam-Halbfinale damit in seinem erst fünften Major-Antreten. Dabei war der aktuelle Weltranglisten-38. vor einem Jahr ohne ATP-Ranking gewesen, nachdem ihn mehrere Verletzungen zurückgeworfen hatten. Aber auch davor war der heute 22-Jährige nie unter den Top 500 zu finden. 2007 hatte Tsonga u.a. mit dem Wimbledon-Achtelfinale schon sein Potenzial bewiesen, doch er wartet noch auf sein erstes Finale.
Um dieses Debüt ausgerechnet auf Grand-Slam-Ebene zu schaffen, müsste der Rechtshänder aus Le Mans nun noch den Weltranglisten-Zweiten aus dem Bewerb werfen. Und Nadal hat auch tatsächlich Respekt vor seinem kommenden Gegner: "Tsonga hat ein tolles Service, ist ein sehr aggressiver Spieler", meinte Nadal. "Ich muss selbst aggressiv agieren, wenn ich dieses Halbfinale gewinnen will - aggressiv und gut."
Gegen Juschnij spielte der Überraschungsmann jedenfalls phasenweise beeindruckend, begeisterte nahezu mit allen seinen Schlägen - Asse, Winner von der Grundlinie, Lobs, Passierbälle, Volleys. "Ich habe unglaublich gespielt", meinte er dann auch selbst. "Meine Taktik ist voll aufgegangen." Besonders im zweiten Satz, als Juschnij gänzlich ohne Gamegewinn blieb. Das bisher einzige Duell mit Nadal verlor Tsonga bei den US Open 2007 in drei Sätzen.
(apa/red)
