SCR Altach trennt sich von Trainer Bender:
Vorarlberger Klub kündigt deutschen Coach
- Trennungsgrund: "Die Chemie stimmte nicht mehr"
- Bender von Entscheidung vollkommen überrascht

·Startschuss in das Bundesliga-Frühjahr
Mattersburg und Altach beginnen Vorbereitung
·UMFRAGE: Welches Team holt den Titel?
Salzburg von Austria
oder Rapid zu stoppen?
·UMFRAGE: Welches Team steigt heuer ab?
Erwischt es Neulinge oder
einen etablierten Verein?
Den bereits vierten Trainer-Wechsel der laufenden Fußball-Saison hat es etwas überraschend in der T-Mobile-Bundesliga gegeben. Der SCR Altach, der als Tabellenachter überwintert, löste mit dem Deutschen Manfred Bender den Vertrag einvernehmlich und mit sofortiger Wirkung auf, teilten die Vorarlberger mit. Mit der Leitung des Trainings wurde vorerst Sportdirektor Heinz Fuchsbichler betraut.
Club-Präsident Werner Gunz und sein "Vize" Christoph Längle hatten Bender den vom Vorstand gefassten Beschluss mitgeteilt. Im darauffolgenden Gespräch einigten sich Gunz, Längle und Bender über eine einvernehmliche Auflösung des Ein-Jahres-Vertrages, der noch bis Sommer 2008 gelaufen wäre. Der Deutsche war erst am 7. Mai 2007 als Nachfolger von Michael Streiter engagiert worden.
"Die Chemie zwischen Manfred Bender, der Mannschaft und dem Verein hat in den vergangenen Wochen nicht mehr gestimmt. Deshalb war dieser Schritt vor allem in Hinblick auf den zu erwartenden Abstiegskampf in der Bundesliga notwendig", begründete Gunz die vorzeitige Trennen von dem 41-jährigen Ex-Bayern-Spieler, der für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar war.
Bender "getroffen wie ein Boxer"
Auch für Bender, der mit SCR Altach im Herbst Austria (1:0) und Rapid (2:0) geschlagen sowie gegen Tabellenführer Sturm Graz (0:0) und Meister Red Bull Salzburg (1:1) Remis erreicht hat, ist die plötzliche Trennung völlig unerwartet gekommen. Es habe nichts darauf hingedeutet. "Es hat mich getroffen wie einen Boxer, der nach drei Sekunden der ersten Runde K.o. geht, aber mit einem 15-Runder gerechnet hat", sagte der Trainer zur APA - Austria Presse Agentur. Im ORF-Radio Vorarlberg sprach er von einem "Keulenschlag".
Vor der Ablöse schien für Bender die Fußball-Welt noch in Ordnung gewesen zu sein. "Ich bin am 3. Jänner noch mit der Vereinsspitze zusammen getroffen, um die Kader-Planungen zu besprechen und über eventuelle Verstärkungen zu reden. Dabei wurde noch meine Arbeit und die gute und tolle Zusammenarbeit mit mir gelobt", meinte der Ur-Bayer, dem der Job im "Ländle" nach eigenen Worten "wirklich Spaß gemacht" hatte.
Der SCR Altach hätte mit ihm ähnlich der Modelle SV Ried und SV Mattersburg für die Zukunft etwas Längerfristiges aufbauen wollen und es habe wegen einer Verlängerung seines Vertrages auch schon erste Gespräche geben. "Dann kam es aber zum Disput zwischen Längle und mir wegen der Kaderplanung", sagte der frühere Bayern-Profi auf der Suche nach möglichen Gründen.
Der 41-Jährige habe außerdem von einigen seiner bisherigen Spieler erfahren, Gunz hätte vor versammelter Mannschaft behauptet, er, Bender, hätte gerne eine Verlängerung seines Vertrages gehabt. "Das stimmt aber überhaupt nicht", sagte Bender, der in den nächsten Tagen schriftlich die Trennung über die Bühne bringen, seine Wohnung räumen und wieder nach Freising, nördlich von München, übersiedeln wird.
Fuchsbichler übernimmt
Mit der Leitung des Trainings der Vorarlberger wurde vorerst SCR-Sportdirektor Heinz Fuchsbichler betraut. "Er soll wieder für Ruhe innerhalb der Mannschaft sorgen, außerdem hat er die zeitlich nicht befristete Aufgabe, einen Nachfolger für Bender zu suchen", erklärte Gunz zur vorläufigen Regelung des neuen Cheftrainers. Die Altacher starten am 16. Februar mit dem Auswärtsspiel gegen Cupsieger Austria Wiens ins Fußball-Frühjahr.
Vor den letzten 13 Runden, vor denen SCR Altach nur drei Punkte Vorsprung auf Wacker Innsbruck und Schlusslicht Austria Känrten aufweist, hat der Aufsteiger von 2006 für den vierten Trainer-Wechsel der laufenden Saison gesorgt. Bisher haben Vizemeister SV Josko Ried (Thomas Weissenböck statt Helmut Kraft), Wacker Innsbruck (Kraft statt Lars Söndergaard) und Austria Kärnten (Klaus Schmidt statt Walter Schachner) die Feldherrn ausgetauscht.
(apa/red)
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