Mittwoch, 23. Jänner 2008

50.000 tragen Matt zum Sieg im Slalom: Tiroler gewinnt "Nightrace" in Schladming

  • Weist Grange und Ligety in die Schranken. Raich 8.
  • PLUS: Erfolg ist der 700. Weltcup-Sieg des ÖSV

Mario Matt hat in Schladming Jean-Baptiste Grange entzaubert und das "Nightrace" auf der Planai gewonnen. Der Tiroler siegte vor der Rekordkulisse von mehr als 50.000 Zuschauern mit gleich 0,64 Sekunden Vorsprung auf Grange, der Südtiroler Halbzeit-Leader Manfred Mölgg wurde Dritter (0,65). Damit hat Matt seinen zehnten Weltcup-Erfolg sowie den 700. österreichischen Einzelsieg in der alpinen Weltcup-Geschichte (seit 1967) fixiert, für die Herren war es der 388.

Für "Mr. Nightrace" Benjamin Raich schaute diesmal "nur" Rang acht heraus. Der Tiroler, der den Slalom in Schladming bereits viermal gewann, baute dennoch seine Führung im Gesamt-Weltcup aus. Raich führt 61 Punkte vor dem in Schladming ausgeschiedenen Bode Miller (USA). Nach den Highlights in Kitzbühel und Schladming geht der Herren-Weltcup nun in Chamonix weiter, wo am Samstag und Sonntag eine Abfahrt und eine Super-Kombi auf dem Programm stehen. Das erste Abfahrtstraining findet am Donnerstag statt.

Die Bedingungen waren diesmal ähnlich wie bei Matts erstem Triumph. "Auch damals hatte es in Strömen geregnet. Aber ich habe mich einfach nicht beeinflussen lassen und mich voll aufs Rennen konzentriert", sagte der Tiroler, der diesmal nicht auf den neuen Fischer-Lochski zurückgriff, sondern den Siegerski vom Adelboden-Slalom (6. Jänner 2008) wählte.

"Einfach sensationell"
"Ich wusste, dass ich super in Form bin. Und ich wusste, dass es ohne Fehler für den Sieg klappen kann", meinte der 28-Jährige, der zuletzt in Kitz Dritter gewesen war. Die Stimmung bezeichnete Matt als "einfach sensationell". Unter den jubelnden Fans befanden sich u.a. auch Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler Alfred Gusenbauer.

Grange wurde nach seinen Siegen in Wengen und Kitzbühel zwar diesmal bezwungen, behielt jedoch das Rote Trikot des Slalom-Weltcup-Leaders souverän an. "Ich hatte ein super Rennen und bin voll zufrieden. Matt war heute einfach besser als ich", so der 23-Jährige.

Mölgg hatte im ersten Lauf seine Startnummer 1 perfekt ausgenutzt, seinen ersten Weltcup-Sieg schaffte er aber nicht. "Den Sieg habe ich mit einem großen Fehler im zweiten Lauf vergeben. Aber ich bin trotzdem happy, dass ich vor so einer Kulisse auf dem Stockerl stehen darf", meinte sein Fischer-Stallgefährte, der sich mit Flutlichtraining fit für Schladming gemacht hatte.

"War einfach nicht das Gelbe vom Ei"
Raich musste sich diesmal mit Rang acht begnügen. "Das war heute einfach nicht das Gelbe vom Ei", wusste der Tiroler, dem auch die Anwesenheit seiner Freundin Marlies Schild nicht aufs Podest half. Rainer Schönfelder haderte nach Rang 13 mit der Piste. "Ich hatte zweimal eine Startnummer im Mittelfeld, und das war auf dieser Piste alles andere als ideal. Positiv ist aber, dass ich im Ziel bin und gepunktet habe", meinte der Kärntner, der damit weiterhin auf seinen ersten Stockerlplatz in Schladming warten muss.

Im zweiten Weltcup-Rennen zum zweiten Mal gepunktet hat Wolfgang Hörl. Nach Platz 20 beim Debüt in Kitz schaute für den 24-Jährigen diesmal sogar Rang 16 heraus. Wie bereits in Kitz beeindruckte Hörl mit zweitbester Zeit im zweiten Durchgang. Auch Marcel Hirscher lieferte neuerlich eine Talentprobe ab, der 18-Jährige wurde erst durch einen schweren Schnitzer im Finish des zweiten Durchgangs auf Platz 20 zurückgeworfen.

Kein Glück für Byggmark und Miller
Kein Glück hatte diesmal der mit einer Handverletzung gehandicapte Mitfavorit Jens Byggmark, der nach verpatztem ersten Lauf (19.) im Finale ausschied. Und das, obwohl rund 80 Schweden mit einem Charterflug von Stockholm nach Österreich gereist waren. Ebenfalls out u.a. Miller, Kalle Palander (FIN), Reinfried Herbst (AUT), Marc Gini (SUI) und Daniel Albrecht (SUI).

Diskussionen gab es um die Rennpiste, die auf Grund der heftigen Niederschläge am Dienstag (zunächst Regen, dann Schnee) logischerweise stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Doch FIS-Renndirektor Günter Hujara fand mit einem Blick zum Himmel klare Worte: "Natürlich ist es schade, dass die Piste zerfallen ist. Aber da kann man absolut niemandem einen Vorwurf machen. Das passiert eine Etage höher. Mehr Arbeit geht nicht, solche Bedingungen können einfach passieren."


Endstand:
1.Mario MattAUT1:42,84 Min.
2.Jean-Baptiste GrangeFRA+0,64
3.Manfred MölggITA+0,65
4.Ted LigetyUSA+0,70
5.Felix NeureutherGER+1,16
6.Julien LizerouxFRA+1,31
7.Markus LarssonSWE+1,55
8.Benjamin RaichAUT+1,63
9.Ivica KostelicCRO+1,73
10.Akira SasakiJPN+1,76
11.Marc BerthodSUI+1,83
12.Jimmy CochranUSA+2,34
13.Rainer SchönfelderAUT+2,35
14.Steve MissillierFRA+2,40
15.Bernard VajdicSLO+2,55
16.Wolfgang HörlAUT+2,68
17.Patrick ThalerITA+3,27
18.Kentaro MinagawaJPN+3,32
19.Filip TrejbalCZE+3,33
20.Marcel HirscherAUT+5,80
21.Anton LahdenperäSWE+6,76
22.Oscar AnderssonSWE+7,09
23.Patrick BiggsCAN+12,34
24.Naoki YuasaJPN+12,98
25.Michael JanykCAN+14,10
26.Kilian AlbrechtBUL+20,59

(apa/red)

23.1.2008 07:12