Mittwoch, 23. Jänner 2008

Bammer muss für den Fed-Cup absagen:
ÖTV-Nummer eins leidet an Virusinfektion

  • Fed-Cup-Team fliegt ohne Bammer nach Argentinien
  • Teamkapitän Tesar glaubt trotzdem an eine Chance

Es hatte sich schon auf dem Heimweg aus Australien abgezeichnet, jetzt kam leider die Bestätigung aus dem Lager von Sybille Bammer: Österreichs Nummer 1 steht dem ÖTV-Fed-Cup-Team für den Länderkampf der Weltgruppe II gegen Argentinien in Buenos Aires am 2. und 3. Februar nicht zur Verfügung. Die 27-jährige Oberösterreicherin muss wegen einer Viruserkrankung zumindest zwei Wochen pausieren und fällt aus. Fed-Cup-Kapitän Alfred Tesar nominierte Tamira Paszek, Yvonne Meusburger, Melanie Klaffner und erstmals die Tirolerin Patricia Mayr für das Erstrunden-Treffen.

"Sybille hat bei einer Untersuchung 14 Tage Trainings- und Turnierverbot bekommen", berichtete ihr Coach Jürgen Waber, der mittlerweile selbst mit Fieber im Bett liegt. Bammer hat sich von ihrer verschleppten Grippe, die in der Nacht zum Christtag plötzlich aufgetreten war, nie richtig erholt und verzichtete deshalb zuletzt bei den Australian Open auch auf das Antreten im Mixed.

Der Verdacht auf Pfeiffer'sches Drüsenfieber hat sich nach ersten Bluttest-Auswertungen glücklicherweise nicht bestätigt, doch ein weiteres Ignorieren ihres angeschlagenen Gesundheitszustands könnte die weitere Saison der Weltranglisten-20. gefährden. "Ich bin natürlich traurig, dass ich nicht spielen kann, aber ich muss jetzt in erster Linie auf meine Gesundheit schauen", meinte Bammer.

Auch Argentiniens Beste fraglich
Wenig erfreut war freilich der Fed-Cup-Kapitän. "Es schmerzt, dass wir die Nummer eins vorgeben müssen, aber unsere Chancen sind nach wie vor intakt", meinte Tesar. Allerdings ist auch bei den Gastgebern mit Gisela Dulko deren bestplatzierte Spielerin fraglich. Ricardo Rivera, Kapitän der Südamerikanerinnen, zittert um Dulko wegen einer Hüftverletzung. "Sollte Dulko nicht spielen können, würde das die Ausgangsposition erneut völlig verändern", so Tesar. Neben der Weltranglisten-38. Dulko verfügen die Argentinierinnen mit Maria Emilia Salerni (WTA-88) nur noch über eine weitere Top-100-Spielerin. Jorgelina Cravero (WTA-143) und Maria Jose Argeri (181) sind dem breiten Tennis-Publikum noch weitgehend unbekannt.

Mayr erstmals mit dabei
Das ÖTV-Team reist am Sonntag von Wien via Frankfurt in die argentinische Hauptstadt und möchte schon am Montag erstmals auf dem Sandplatz im 14.000 Zuschauer fassenden Stadion spielen. Nur eine Woche später messen sich dort auch Argentiniens Tennis-Herren im Davis Cup mit Großbritannien.
Erstmals "Fed-Cup-Luft" schnuppert Patricia Mayr. Die Tirolerin wurde im Vorjahr Freiluft-Staatsmeisterin und scheiterte beim Generali Ladies in Linz erst in der dritten Qualifikationsrunde. "Sie hat sich die Nominierung aufgrund dieser Leistungen verdient", begründete Tesar die Einberufung der 21-jährigen Mayr.

Der Sieger aus Argentinien-Österreich spielt am 26./27. April im Weltgruppen-Play-off um einen Platz im Kreis der acht besten Tennis-Nationen der Welt, während der Verlierer ebenfalls Ende April um den Verbleib in der Weltgruppe II kämpft.
(apa/red)

23.1.2008 16:24