Freitag, 25. Jänner 2008

"Ein außerordentlicher junger Mann": NEWS
über den US-Polit-Popstar Barack Obama

  • So tickt der schwarze Präsidentschaftskandidat
  • Demokrat kämpft um Stimmen der Afro-Amerikaner

"Er ist ein außerordentlicher junger Mann, der unserem Land viel zu geben hat." - Ein Lob aus einem unerwarteten Eck und zum unerwarteten Zeitpunkt. Hillary Clinton sagte dies über ihren - derzeit - härtesten Rivalen Barack Obama. Ein wilder Wettkampf ist entbrannt zwischen der möglichen ersten Frau und dem ersten Afroamerikaner im höchsten Amt. Doch für den 46-jährigen Obama ziehen nicht nur nach den letzten beiden Vorwahl-Schlappen Gewitterwolken auf. Der Börsencrash und die drohende Rezession bereiten ihm zusätzlich Probleme. Jetzt stechen die Trumpfkarten Clintons. Sie verkörpert Erfahrung und die Erinnerung an die goldenen Wirtschaftszeiten unter der Amtszeit ihres Mannes.

Dem kann Obama derzeit nur seine Version des amerikanischen Traumes entgegenhalten. Als "einen heftigen inneren Kampf" schildert er seinen Reifungsprozess zum Polit-Popstar in seiner Autobiografie, die jetzt auf Deutsch erscheint: "Ich versuchte mich, während meiner Jugendjahre in Hawaii, auf das Leben als selbstbewusster schwarzer Amerikaner vorzubereiten. Es war ein problematischer Weg, den Abstürze mit Alkohol und Drogen pflasterten."

Offensive als beste Verteidigung: Diese banale, aber wirksame Strategie wurde zum Leitmotiv des Phänomens Obama. Doch so oder so: Die Geister der Vergangenheit holen ihn ein. Seine wilden Jugendjahre in Hawaii, aber auch die spirituellen Wanderjahre in konservativen christlichen Kreisen machen dem 46-Jährigen heute zu schaffen. Erzrivalin Hillary Clinton etwa attackierte heftig seinen Drogenkonsum und schleuderte ihm auch die Frage entgegen, "ob man so sicher sein könnte, dass er sie nur benutzt und nicht auch damit gehandelt habe". Es war ein sehr undamenhafter Tiefschlag, der Clinton mehr schadete als Barack Obama. Nur: Es zeigte, wie verletzlich der junge Senator mit erst zwei Jahren Amtserfahrung für Schmutzkampagnen ist; vor allem als Präsidentschaftskandidat. Ist dieser Mann wählbar? - Dieser Zweifel mag in allerletzter Wahlminute schlagend werden.

Ein Mann will nach oben
Gleichzeitig spielt er seine Schwächen geschickt aus, ermöglicht es ihm doch gerade diese Strategie, sich als Fleisch gewordenes Comeback des "amerikanischen Traumes" zu präsentieren. Wie dicht aber Traum und Alptraum beieinander liegen, offenbarte schon die Frühphase der Kandidaten-Vorwahlen. Erste Problemzonen des Phänomens Obamas wurden sichtbar, als sich selbst liberale US-Medien zu subtil rassistischen Bemerkungen hinreißen ließen. Sie gipfelten in der Frage: Ist Obama "schwarz genug", um den historischen Anspruch verkörpern zu können, als erster schwarzer Präsident ins Weiße Haus einzuziehen?

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen NEWS 4/08

25.1.2008 13:03