Dienstag, 22. Jänner 2008

"Will nicht Yeti im Weißen Haus sein!": Bill in Zentrum der TV-Debatte Clinton vs. Obama

  • Demokraten stellten sich Publikum in South Carolina
  • Ex-Präsídent will nur Rolle im Hintergrund spielen

Vor den wichtigen Vorwahlen der Demokraten in South Carolina und dem Superwahltag in zwei Wochen in gleich 22 US-Staaten werden die Töne zwischen zwischen den Hauptkonkurrenten Hillary Clinton und Barack Obama wieder schärfer. In einer Fernsehdebatte lieferten sie sich einen harten Schlagabtausch zum Teil persönlichen Angriffen. Die Republikaner konzentrieren sich unterdessen ganz auf Florida. Auf diesen Staat konzentriert der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani seine ganzen Hoffnungen.

In der Debatte in Myrtle Beach in South Carolina warf Clinton Obama vor, Wahlkampfspenden von einer unter Betrugsverdacht stehenden Person angenommen zu haben. Obama bezeichnete Clinton als "eine Unternehmsanwältin, die im Aufsichtsrat von Wal-Mart sitzt". Als Obama versuchte, seine positiven Äußerungen über Republikaner und den früheren Präsidenten Ronald Reagan zu verteidigen, unterbrach Clinton ihn und sagte, sie habe nie seine Äußerungen über Reagan kritisiert. "Ihr Mann hat das getan", antwortete Obama. "Ich bin hier - nicht er", entgegnete Clinton.

Obama beschwerte sich über nach seiner Darstellung falsche Angaben von Hillary und Bill Clinton über ihn. "Ich denke, die Leute suchen zum Teil jetzt nach jemandem, der Probleme löst und nicht auf die typischen politischen Mittel zurückgreift, die wir von Washington kennen", sagte er. Clinton konterte: "Ich glaube Ihren Angaben. Und auf das, was Sie sagen, sollte es ankommen."

Die Vorwahl in South Carolina findet am Samstag statt. Clinton und Obama führen nach den ersten vier Vorwahlen in dem Nominierungsprozess der Demokraten, der ehemalige Senator John Edwards folgt mit deutlichem Abstand.

Bei den Republikanern, bei deren Vorwahlen es bisher keinen klaren Favoriten gab, könnte am 29. Jänner in Florida eine Weichenstellung erfolgen. Der Sieger bekommt 57 Delegiertenstimmen und wohl auch einen Schub für den Superwahltag am 5. Februar. Das Rennen ist hier noch völlig offen. Neben Giuliani, der sich ganz auf diesen wichtigen Staat konzentrierte und die bisherigen sechs Vorwahlen den Konkurrenten überließ, machen sich auch Senator John McCain, der in South Carolina und New Hampshire siegte, der frühere Gouverneur Mitt Romney, der in Nevada, Michigan und Wyoming gewann, sowie der Baptistenprediger Mike Huckabee, der in Iowa erfolgreich war, Hoffnungen in Florida.

Bill Clinton will nicht der "Yeti im Weißen Haus" sein
Bill Clinton will im Falle eines Wahlsieges seiner Frau Hillary bei der Präsidentenwahl im Weißen Haus nur eine Rolle im Hintergrund spielen. Alles andere, insbesondere ein Amt in einer neuen Clinton-Regierung, wäre ein Fehler, sagte er in Atlanta. "Ich wäre der Yeti im Weißen Haus, ich würde jedem auf die Füße treten, selbst wenn ich versuchen würde, das nicht zu tun. Es wäre nicht möglich, das zu vermeiden."

Sollte sich seine Frau im Nominierungsprozess der Demokraten durchsetzen und am Ende die Wahl gewinnen, würde er versuchen, ihr als Gesprächspartner "bei all diesen Problemen" zu helfen und sehr genau definierte Aufgaben übernehmen, "die in keiner Weise die Autorität des Vizepräsidenten und des Außenministers untergraben". Auf die Frage, ob er denn im Weißen Haus wohnen werde, sagte Clinton: "Ich würde das erwarten, es sei denn, Sie wissen etwas, was ich nicht weiß."

(APA/red)

22.1.2008 14:53