"Müssen unsere Probleme lösen": Engere Zusammenarbeit zwischen Athen und Ankara
- Karamanlis will EU-Beitritt der Türkei unterstützen
- Erster Besuch eines griechischen Premiers seit 1959
·Türkei: Gül kündigt das "Jahr der EU" an
2008 sollen Reformen für Beitritt forciert werden
·Türkei besteht auf den "Beitritt" zur EU
"Privilegierte Partner- schaft" sei unerwünscht
·Türkei-Beitritt zur EU wieder im Fokus
Kommission ortet eine klare Verlangsamung
·"Neues Kapitel" zum
EU-Beitritt der Türkei
EU fordert von Ankara neuen Reformschwung
·EU verstärkt Reform-
Druck auf Türkei
Rehn fordert Gül zu deren Durchsetzung auf
·EU bleibt nach Wahl großes Ziel der Türkei
Überraschend deutlicher Sieg von Erdogans AKP

Der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis hat bei einem historischen Besuch in der Türkei zusammen mit seinem Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan einen Ausbau der Zusammenarbeit angekündigt. Sein Land unterstütze die Bewerbung der Türkei um einen Beitritt zur EU, sagte Karamanlis beim ersten offiziellen Besuch eines griechischen Regierungschefs seit fast 50 Jahren. Die Türkei und Griechenland waren lange verfeindet.
Ankara müsse aber internationales Recht und die Rechte von Minderheiten beachten. Karamanlis rief dazu auf, das vor mehr als 30 Jahren von der Türkei geschlossene orthodoxe Priesterseminar auf der Heybeli-Insel vor Istanbul wieder zu eröffnen.
Erdogan sagte, vor beiden Ländern liege eine Zeit der Chancen für die wirtschaftliche, militärische und kulturelle Zusammenarbeit. "Wir müssen unsere Probleme lösen", sagte Erdogan. Die Ägäis, wo es vor dem Hintergrund eines langen Streits um den Verlauf der Seegrenze zwischen beiden Staaten immer wieder zu Konfrontationen kommt, müsse zu einem Meer des Friedens werden.
Athen und Ankara hatten im vergangenen Jahr ihre Kooperation im Energie-Bereich ausgebaut und mit einer Pipeline ihre Erdgasnetze verbunden. Die Pipeline soll Erdgas in die EU leiten. Bis 2010 soll das Gas vom Kaspischen Meer durch die Türkei und Griechenland durch eine neue 220 Kilometer lange Unterwasserleitung nach Italien weitergeleitet werden. Erdogan wies darauf hin, dass die Zusammenarbeit auch für Europa von Bedeutung sei.
Karamanlis will in Ankara und Istanbul über Verbesserungen in den bilateralen Beziehungen und den Streit über die Zukunft des geteilten Zypern sprechen. Zuletzt hatte der Onkel von Karamanlis 1959 als Ministerpräsident die Türkei besucht. (apa/red)
