Abtreibungsgegner von Bush bewirtet: Im Weißen Haus reichte man Kaffee und Kuchen
- Rund 200 Demonstranten beim Marsch in Washington
- Viele Kongressabgeordnete sprachen bei Kundgebung

US-Präsident George W. Bush hat rund 200 Teilnehmer einer Demonstration von Abtreibungsgegnern ins Weiße Haus gebeten und sie mit Kaffee und Gebäck bewirtet. Anlass war der 35. Jahrestag einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, mit der Schwangerschaftsabbrüche in den USA legalisiert wurden.
Bush sagte den Demonstranten, dass Babys im Mutterleib in einem immer früheren Alter überleben könnten. Jedes ungeborene Kind sei ein Individuum mit einem unverwechselbaren Erbgut. "Die Finger und Zehen und das schlagende Herz, das wir in der Ultraschallaufnahme eines ungeborenen Kindes sehen können, enthalten etwas, das wir nicht sehen können, eine Seele."
Protestmarsch
Die große Menge der Demonstranten marschierte von der National Mall zum Supreme Court. Mit dem Protestmarsch erinnern die Abtreibungsgegner alljährlich an die Entscheidung im Verfahren "Roe gegen Wade". Damals klagte eine schwangere Frau, die nach eigenen Angaben vergewaltigt worden war, gegen das Abtreibungsverbot in Texas. Die Klägerin wurde mit dem Pseudonym "Jane Roe" bezeichnet, Texas wurde von Staatsanwalt Henry Wade vertreten. Das Oberste Gericht entschied am 22. Jänner 1973, dass die Abtreibungsverbote aller US-Staaten gegen das Verfassungsrecht auf private Selbstbestimmung verstoßen.
Gegendemonstrationen
Auf der Kundgebung der Abtreibungsgegner sprachen mehrere Kongressabgeordnete, unter ihnen der republikanische Präsidentschaftsbewerber Ron Paul. Eine Gruppe von Gegendemonstranten trat für das Recht auf Abtreibung ein. Die Demonstrationen verliefen nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle.
(apa/red)
