Mittwoch, 23. Jänner 2008

Grausiger Fund in Wiener Wohnhaus:
Babyknochen auf einem Dachboden entdeckt

  • Polizei: Überreste von Totgeburt oder Neugeborenem
  • Knochen dürften bereits seit 70-Jahren versteckt sein

Zwischen Schutt und Ziegeln haben Arbeiter in einem leerstehenden Wiener Haus einen grauenhaften Fund gemacht. In der Beingasse in Rudolfsheim-Fünfhaus entdeckten die Männer am Dach in einem alten, verschmutzen Koffer Knochen, eingewickelt in eine zerschlissene Stoffdecke. Bei den Überresten dürfte es sich um ein Baby handeln, das vermutlich bereits vor drei Jahrzehnten gestorben ist, so die ersten Ermittlungsergebnisse der Polizei.

Mit eingepackt war auch eine alte Tageszeitung - ein "Kurier" aus dem Juli 1976, sagte Oberstleutnant Thomas Stecher von der Kriminaldirektion 1. Woher der Koffer stammt ist noch unklar, auch über das tote Kind weiß man noch nichts. Die Größe der Knochen spreche für einen Säugling oder ein maximal einjähriges Kind. Genauere Aufschlüsse erhoffen sich die Ermittler von der Obduktion - Geschlecht, Alter und Todesursache müssen geklärt werden.

Datierung via "Verpackung"
Durch die Zeitung habe man die Vermutung, dass das Kind im Jahr 1976 gestorben sei, hieß es bei der Polizei. Die Knochen, der Koffer und die Decke dürften sehr alt sein, dafür spricht auch der massive Mottenbefall. In dem Koffer dürfte sich nur ein totes Kind befinden. Neben dem Schädel wurden unter anderem Rippen und Wirbelknochen gefunden.

Herkunft unbekannt
Das Haus stehe bereits seit längerer Zeit leer, vor etwa neun Monaten hätten in dem gesamten Gebäude Renovierungsarbeiten begonnen, berichtete Stecher. Welchen ehemaligen Bewohnern der Koffer gehören könnte, ist daher genauso unklar, wie die Frage, auf welchem Weg das Gepäckstück in das Haus gelangt ist. Theoretisch hätte den Koffer auch jemand in dem verwaisten Gebäude abstellen können, meinte der Ermittler. Die früheren Bewohner werden auf jeden Fall ausfindig gemacht.

Gefunden wurde der Koffer bereits einen Tag zuvor: Ein Arbeiter öffnete das Gepäck kurz und brachte es zwei Tage später zu seinem Chef, um zu fragen, was damit geschehen soll. Dieser realisierte den grausigen Fund und informierte die Polizei. (apa/red)

23.1.2008 17:35