Mittwoch, 23. Jänner 2008

SPÖ fordert Prävention statt Jugendlager:
Bei Sanktionen ist 'mehr Fantasie' gefragt

  • Mit Zehn-Punkte-Programm gegen Jugenkriminalität
  • Gemeinnützige Arbeit & attraktive Bildungsangebote

"Besser in Prävention investieren, als später in Jugendlager" - das ist die Kernaussage des Zehn-Punkte-Programms der SPÖ gegen Jugendkriminalität. Laut Frauenministerin Bures, Justizministerin Berger, Sozialminister Buchinger und Bildungsministerin Schmied will man verschiedene Einrichtungen fördern, mehr Schulpsychologen einstellen und vor allem wieder einen Jugendgerichtshof einrichten.

Die Zahl von Jugendlichen in österreichischen Justizanstalten ist im Zeitraum vom 1. Jänner 2004 (250 Inhaftierte) bis zum 1. Jänner 2008 (142 Inhaftierte) um 43,20 Prozent gesunken. Laut Justizministerin Berger könne man nur mit einem Jugendgerichtshof den Heranwachsenden gerecht werden. Dieser soll in Wien-Erdberg mit 35 spezialisierten Richtern und Staatsanwälten entstehen.

Attraktive Bildungsangebote
Bei Sanktionen sei "mehr Fantasie" gefragt, so die Justizministerin. Statt kurzer Freiheitsstrafen seien Maßnahmen wie gemeinnützige Arbeit oder Hausarrest sinnvoller. "Attraktive Bildungsangebote" wie die Bildungsgarantie bis zum 18. Lebensjahr müssten weiterhin erarbeitet werden, so Schmied. Die Anzahl von Schulpsychologen will die Ministerin von derzeit rund 150 auf etwa 180 aufstocken. Ab März sollen an Schulen mit Lehrern, Eltern, Schülern, Kinder- und Jugendanwaltschaften Verhaltensvereinbarungen geschlossen werden.

Gewalt gegen Mädchen
Die Familienministerin konzentrierte sich schwerpunktmäßig auf Prävention bei Gewalt gegen Mädchen bzw. entsprechende Hilfsangebote. "Eine Umfrage unter 700 Jugendlichen bestätigte, dass Gewalt ein Alltagsthema ist", so Männerminister Buchinger. Auf die Frage "Wurdest du persönlich schon einmal mit Gewalt konfrontiert?" antworteten rund 80 Prozent mit "Ja". Ebenso 63 Prozent bei "Kommt es an deiner Schule zu Gewalt unter Schülern?".
(apa/red)

23.1.2008 12:57