Montag, 14. Jänner 2008

London verschärft Einreisebestimmungen:
Visa nur noch mit Digitalfoto und Fingerprint

  • Besucher aus den USA und der EU sind nicht betroffen
  • Allgemeine Verschärfung des Einwanderungsrechts

Alle Besucher Großbritanniens, die für Ihre Einreise ein Visum benötigen, müssen sich seit dem 14.01.2008 ihre Fingerabdrücke nehmen lassen. Im Zuge der schrittweisen Einführung des Systems seit September 2006 wurden biometrische Informationen von bereits über einer Million Menschen überprüft und fast 500 Fälle von Identitätsbetrug aufgedeckt, wie Einwanderungsminister Liam Byrne mitteilte. Besucher aus der EU und den USA, die Visa-frei einreisen dürfen, sind von der Maßnahme nicht betroffen.

"Export der Grenzen ins Ausland"
Wer für die Einreise in das Königreich oder einen längeren Aufenthalt ein Visum braucht, muss sich künftig bei der Beantragung im Ausland neben der Erfassung der Fingerabdrücke auch digital fotografieren lassen. Die Daten werden gespeichert. Die technischen Ausrüstungen für die Maßnahme, die das britische Innenministerium als "Export der Grenzen ins Ausland" bezeichnete, sollen bis spätestens April in sämtlichen Konsulaten des Königreichs einsatzbereit sein.

Verschärftes Einwanderungsrecht
Das Erfassen von Fingerabdrücken soll verhindern, dass jemand nach Ablauf der Reiseerlaubnis heimlich im Land bleiben kann. Es ist Bestandteil einer allgemeinen Verschärfung des Einwanderungsrechts in Großbritannien. Eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung sollen nur noch diejenigen Zuwanderer erhalten, die mindestens über einen Facharbeiterabschluss verfügen, die englische Sprache in Wort und Schrift beherrschen und für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen. (apa/red)

14.1.2008 15:35