Montag, 14. Jänner 2008

Einigung auf Tarif-Eckpunkte im Bahnstreik:
Weitere Ausstände jetzt endgültig vom Tisch

  • GDL: "Grünes Licht zur Vermeidung weiterer Kämpfe"
  • Einmalzahlung plus zwei Mal prozentuale Erhöhung

Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben sich nach monatelangem Ringen auf Eckpunkte eines neuen Tarifvertrags geeinigt und damit die Gefahr neuer Streiks gebannt. Die Spitzengremien der GDL gaben einstimmig "grünes Licht zur Vermeidung weiterer Arbeitskämpfe", wie der Vorsitzende Manfred Schell in Frankfurt sagte. Die Bahn reagierte erleichtert.

Beide Seiten wollen jetzt zügig weiterverhandeln, um einen Tarifvertrag bis Ende Jänner unterschriftsreif zu machen. Abhängig ist eine endgültige Beilegung des seit März 2007 schwelenden Konflikts aber noch von der Haltung der beiden größeren Gewerkschaften Transnet und GDBA. Sie wollen die Vereinbarung zwischen Bahn und GDL zunächst prüfen.

Transnet und die GDBA teilten mit: "Wir erwarten, dass die Arbeitgeberseite sich an Zusagen hält, dass der Sozialverbund bei der Bahn erhalten bleibt und die Tarifverträge konflikt- und widerspruchsfrei zueinanderstehen". Ihre zuständige Tarifkommission werde am 22. Jänner zusammenkommen, um eine Bewertung vorzunehmen. Der deutsche Verkehrsminister Tiefensee sagte, er rechne mit Zustimmung von Transnet und GDBA.

Den Eckpunkten zufolge soll es für die Lokführer rückwirkend zum 1. Juli 2007 eine Einmalzahlung von 800 Euro geben. Von März an sollen die Einkommen dann um acht Prozent erhöht werden, von September an um weitere drei Prozent. Dadurch ergibt sich eine Erhöhung von insgesamt elf Prozent. Die Laufzeit wurde bis Ende Jänner 2009 vereinbart. Vom 1. Februar 2009 an soll sich die wöchentliche Arbeitszeit dann um eine Stunde auf 40 Stunden bei gleichem Entgelt verringern. Deutsche-Bahn-Personalvorstand Margret Suckale sagte, eine Einigung noch in dieser Woche sei möglich. (apa/red)

14.1.2008 10:34