Montag, 14. Jänner 2008

Arbeitskommissar fordert höhere Löhne:
Anstieg in ganz Europa wünschenswert

  • Spidla: Arbeitnehmer sollen an Aufschwung teilhaben
  • Angemessenheit der Erhöhung ist aber zu verhandeln

Die Gewerkschaften haben in der laufenden Tarifrunde Rückendeckung vom Arbeitskommissar der EU, Vladimir Spidla, erhalten. "Diejenigen, die die Wohlstandszuwächse eines Landes erarbeiten, sollen auch daran teilhaben", sagte Spidla der "Berliner Zeitung". Dies sei die Grundlage des europäischen Sozialmodells.

Insofern sei die Forderung der Arbeitnehmer nach kräftigen Lohnzuwächsen legitim. "Wirtschaftlicher Fortschritt und sozialer Fortschritt müssen miteinander einhergehen", betonte der tschechische Sozialdemokrat.

Spidla sagte, ein Anstieg der Reallöhne sei prinzipiell in ganz Europa wünschenswert. Der Kommissar wollte sich aber nicht darauf festlegen, welcher Anstieg angemessen ist und ab welcher Schwelle der Aufschwung in Gefahr geraten könnte. "Das haben diejenigen zu entscheiden, die die Lohnverhandlungen führen", sagte Spidla.

Angesichts der starken Konjunktur fordern die deutschen Gewerkschaften für ihre Mitglieder heuer erneut deutliche Tarifzuwächse: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will für die die 1,3 Millionen Beschäftigten des Bundes und der Gemeinden mindestens acht Prozent mehr Geld durchsetzen. Die Chemie-Gewerkschaft IG BCE fordert bis zu sieben Prozent. Auch in der Metall- und Elektroindustrie mit ihren mehr als drei Millionen Beschäftigten zeichnet sich eine harte Tarifrunde ab. (apa/red)

14.1.2008 07:54